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1860-1864

1860

Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien
(Sachbuch, deutsch)
Burckhardts Darstellung der italienischen Renaissance, die der Frage nach der Entstehung des modernen Menschen nachgeht, ist zum Modell der Kulturgeschichtsschreibung geworden, deren Gedankenführung und Sprache als vorbildlich gelten.
Der Autor Jacob Burckhardt (1818-1897), neben Leopold v. Ranke und Theodor Mommsen einer der größten Historiker deutscher Sprache, wirkte von 1858 bis 1893 als Professor der Geschichte in Basel.



1864

Alfred Edmund Brehm: Illustrirtes Thierleben. Eine allgemeine Kunde des Thierreiches
(Enzyklopädie, deutsch)
Der Zoologe Brehm war von 1863-66 Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg. Neben Reisebüchern über seine zahlreichen Reisen nach Afrika, Spanien, Skandinavien und Sibirien, verfasste er das 6-bändige Werk "Thierleben", das grossen Anklang fand , den Autor weltweit bekannt machte und bis heute ein Begriff ist. Das Werk wurde bis in die heutige Zeit, vor allem in Auszügen, oft bearbeitet, übersetzt und neu herausgegeben. Bereits ab der 2. Auflage (1876-1879) hiess das Werk "Brehms Thierleben". Zur Beliebtheit trugen vor allem auch die Illustrationen bei.


1865-1869



1865

Wilhelm Busch: Max und Moritz
(Verserzählung, deutsch)
Wilhelm Busch begleitet uns seit Kindesbeinen. "Max und Moritz", seine erste Bildergeschichte, machte ihn weltberühmt und ist das erfolgreichste Kinderbuch aller Zeiten. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, sogar ins Lateinische, Altgriechische und in die Blindenschrift. Mit seinen bekannten satirischen Bildergeschichten hat Wilhelm Busch die Ausdrucksform der heutigen Comics vorweggenommen. Seine Darstellungsweise beschränkt sich auf das Wesentliche und kommt ohne Umschweife zum Kern der Aussage. In der Vereinfachung, der Verkürzung des Handlungsinhalts und der karikaturistischen Überzeichnung bestimmter Wesens- und Charakterzüge seiner Mitmenschen liegt die große Meisterschaft dieses bedeutenden Zeichners. Der überragende Erfolg seiner Bildergeschichten und dabei insbesondere von "Max und Moritz" ist aber dadurch begründet, dass sich der Leser mit den Helden der Handlung - im Falle von "Max und Moritz" mit den beiden Lausbuben selbst -identifiziert. Die Schwächen und die Fehler der karikierten Figuren zeigen dabei immer wieder typisch-menschliches Versagen, das von Wilhelm Busch auf drastisch unbarmherzige Weise bloßgestellt wird



1865

Lewis Carroll: Alice im Wunderland
(Kunstmärchen, englisch)
Der Tag ist ungewöhnlich warm und Alice von der Hitze schon ganz schläfrig. Plötzlich sieht sie ein weißes Kaninchen mit einer Taschenuhr vorbeirennen und läuft ihm neugierig hinterher, quer über die Wiese, in seinen Bau ? und dann mitten hinein ins Wunderland ... Seit mehr als 140 Jahren nimmt Alice ihre Leser nun schon mit in ihre skurrile Welt. Ein außergewöhnliches Lesevergnügen für alle großen und kleinen Träumer!
Lewis Carroll (1832 - 1898) war Dozent für Mathematik in Oxford. Seine Erzählungen über die kleine Alice gehören zu den bekanntesten und meistzitierten Texten der englischen Literatur. Sie sind Klassiker der Nonsensliteratur.

1866

Fjodor Dostojewski: Schuld und Sühne
(Roman, russisch)
"Schuld und Sühne" ist nicht nur der "größte Kriminalroman aller Zeiten" (Thomas Mann), in dem es um die Aufklärung eines Doppelmordes geht, sondern zugleich auch eine kunstvoll komponierte Milieu- und Gesellschaftsstudie des Petersburger Lebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Rodion Raskolnikow, ein verarmter Student, ist von der Idee besessen, daß es dem "großen" Menschen erlaubt sei, "lebensunwertes" Leben zu vernichten, um "lobenswertes" zu erhalten. Er begeht einen Doppelmord an einer alten Wucherin und deren halbirrer Schwester, um mit dem geraubten Geld sein Studium zu finanzieren. Doch der auf die Tat folgende physische Zusammenbruch zeigt, daß der Verstand, der die Tat gelenkt und gefordert hatte, nicht die einzige Schicht der menschlichen Persönlichkeit ist. Der von der Polizei und seinen eigenen quälenden Gedanken gleichermaßen gehetzte Raskolnikow erkennt in immer neuen leidvollen Erfahrungen, daß der Weg aus seiner Vereinsamung nur über Geständnis und Strafe als Sühne gehen kann. Doch die eigentliche Rettung kommt durch die erlösende Kraft der Liebe, die er als Strafgefangener in Sibirien durch die ihm freiwillig gefolgte Prostituierte Sonja erfährt.

1867

Karl Marx: Das Kapital
(Sachbuch, deutsch)
Zu den Büchern, die im wahrsten Sinne des Wortes die Welt verändert haben, gehört sicherlich "Das Kapital" von Karl Marx. Die Adepten seiner (von ihnen missdeuteten) Lehre sorgten fast das gesamte 20. Jahrhundert lang für die Teilung der Welt in eine östliche, kommunistische und eine westliche, kapitalistisch-demokratische Hälfte.


1870-1874



1870

Jules Vernes: 20'000 Meilen unter dem Meer
(Roman, französisch)
Der Roman über Kapitän Nemo, einen Menschen rätselhafter Herkunft, einen kultivierten Wissenschaftler und Ingenieur, der mit einer kleinen Schar Getreuer auf einer abenteuerlichen Reise in seinem Riesen-U-Boot "Nautilus" die Weltmeere unterquert, gehört zu den immer wieder zitierten Meisterwerken von Jules Verne. Jules Verne wurde 1828 in Nantes geboren. Er studierte Jura, schrieb aber bereits Theaterstücke und Erzählungen. Sein erster Erfolgsroman "Fünf Wochen im Ballon" erschien 1863. Seine großen Romane waren von Anfang an Bestseller. Als neuer Mythenmeister und Klassiker ist er der Begründer der modernen Science-fiction-Literatur. Jules Verne starb 1905 in Amiens.

1871

Emile Zola: Die Rougon-Macquart
Bd. 1: Das Glück der Familie Rougon

(Romanzyklus 20 Bde., englisch)
So kunstvoll wie in keinem anderen Werk des großen Naturalisten Émile Zola sind in diesem Roman menschliche Schicksale und historische Ereignisse miteinander verwoben. Ein französisches Provinzstädtchen wird zum Brennspiegel, in dem sich die Geschicke der Nation an einem Wendepunkt ihrer Geschichte bündeln. Mit dem Staatsstreich Louis Napoleons nimmt die Epoche des "Zweiten Kaiserreichs" ihren dramatischen Ausgang. Innerhalb der wenigen Tage, die zum Sturz der Republik und zur Wiedereinführung der Monarchie führen, verdichtet sich auch das Schicksal der Familie Rougon. Pierre und Antoine, zwei bis aufs Blut verfeindete Halbbrüder, verbünden sich im Augenblick des politischen Umsturzes, um in ihrem provenzalischen Heimatort Plassans die Macht an sich zu reißen. In skrupellosem Opportunismus nutzen sie die Gunst der Stunde und schrecken nicht einmal davor zurück, das Leben ihres Neffen Silvère für ihre Ziele zu opfern. Mit Silvère stirbt der einzige integre Sproß der Familie, deren moralischer Verfall mit dem Aufstieg der rivalisierenden Brüder einen makabren Höhepunkt erreicht. "Das Glück der Familie Rougon" steht am Beginn eines der ehrgeizigsten Großprojekte der europäischen Literaturgeschichte. Zwanzig Romane (darunter so berühmte Werke wie "Germinal", "Nana" ) umfaßte am Ende der Zyklus, mit dem Zola seine Epoche in all ihren Facetten anhand einer einzigen, weitverzweigten Familie darstellte.

1872

Henry Morton Stanley: Wie ich Livingstone fand
(Reportage, englisch)
"Dr. Livington, I presume". Kaum ein anderes Wort aus den Reiseberichten der Entdecker ist so bekannt geworden wie dieser Satz des Reporters Stanley bei seiner ersten Begegnung mit dem berühmten Arfrikaforscher David Livingstone mitten in der afrikanischen Wildnis. 1870 erhält der junge Journalist vom Verleger des "New York Herald" den Auftrag, den seit 1868 im Inneren Arfrika verschollenen Forscher zu suchen. Im Januar 1871 bricht er mit einer fast zweihundertköpfigen Karawane zur Suche auf. Nach ungeheuren Strapazen findet er nach acht Monaten den völlig ausgemergelten Verschollenen am Tanganikasee und rettete ihn damit vor dem sicheren Tod. Stanley wird später zum Schüler und Mitarbeiter Livingstones.
Die dramatische und spannungsreiche Beschreibung der Abenteuer und Zwischenfälle der Suchexpedition verrät die Hand des Reporters. Die zwischen den beiden entstehende Freundschaft macht sie gleichzeitig zu einem Dokument tief anrührender Menschlichkeit.

1874

Heinrich Schliemann: Trojanische Alterthümer
(Sachbuch, deutsch)
Der Grabungsbericht erschien 1874 in einer Auflage von nur 1000 Exemplaren und wurde von Schliemann selbst finanziert. Er wurde zugleich auch in französicher Sprache publiziert. Gleichzeitig erschien der zugehörige Tafelband "Atlas Trojanischer Alterthümer" mit photografischen Abbildungen bzw. photografischen Zeichungen zum Grabungsbericht. Beide Werke wurden separat verkauft. Der Atlas, der nur in einer Auflage von 400-500 Exemplaren erschien, war schon nach 6 Wochen vergriffen.


1875-1879



1875

Leo Tolstoj: Anna Karenina
(Roman, russisch)
Die frostige Vornehmheit und gefühllose Engherzigkeit ihre Gatten treibt die schöne und sensible Anna Karenina in die Arme des jungen Grafen Wronskij. Ihre gemeinsame Flucht aus der Enge gesellschaftlicher und religiöser Konventionen endet in einer Sackgasse: Anna Karenina geht in den Freitod, nachdem sich ihre Liebe in Eifersucht und Haß verkehrt hat. Der Heldin, die in ihrem Streben nach dem absoluten und damit unerreichbaren Glück scheitern muß, steht antithetisch der junge, grüblerische Gutsbesitzer Lewin gegenüber, der sich aus der Moskauer Gesellschaft zu einem bescheidenen Glück in der Harmonie eines tätigen Landlebens zurückzieht. Mit großem psychologischen Gespür, scharfem Beobachtungssinn und einer meisterhaften Beherrschung der darstellerischen Mittel schuf Tolstoi ein Werk, das Thomas Mann zu recht als 'den größten Gesellschaftsroman der Weltliteratur' bezeichnet hat.

1876

Mark Twain: Tom Sawyers Abenteuer
(Roman, englisch)
Ein Klassiker der amerikanischen Literatur. Die berühmte Geschichte des cleveren Waisenjungen, der in dem Städtchen St. Petersburg am Mississippi lebt, erschien 1876. Tom, "a good bad boy", rebelliert gegen seine Umwelt, ohne wirklich etwas Böses zu tun, und gibt sich seinen Lausbubenstreichen hin. Als Tom und sein Freund Huck eines Tages Zeugen eines Mordes werden und Tom erfährt, dass der unschuldige Muff Potter gehängt werden soll, klärt er den Fall vor Gericht auf. Von da an leben Tom und Huck in ständiger Furcht vor Rache des Indianer Joe. Mit "Tom Sawyer" begründete Twain, einer der großen Erzähler der amerikanischen Literatur des 19. Jahrhunderts, jenen neuen Typus des Entwicklungsromans, der sich mit der Heuchelei und Verlogenheit der Gesellschaft auseinandersetzte. Wenige Jahre später folgte mit "Huckleberry Finn" die Fortsetzung.

1876

Karl May: Winnetou I-III
(Roman, deutsch)
Als Feldmesser beim Eisenbahnbau gerät Karl, das autobiographische Wunsch-Ich des Autors, in den Wilden Westen. Es kommt zu Konflikten mit weißen Rowdies und den dort ansässigen Indianern. Dank seiner Fähigkeit, den Gegner mit der bloßen Faust besinnungslos zu schlagen, erhält er den Ehrennamen "Old Shatterhand". Sein Edelmut bei den Kämpfen mit den Indianern führt schließlich zur Freundschaft mit Winnetou, dem jungen Häuptling der Apachen. Dieser vereinigt alle positiven Eigenschaften eines indianischen Helden in sich und ist schließlich zur Symbolfigur des "edlen Wilden" geworden. Die Freundschaft zwischen den beiden Hauptfiguren folgt dem Ideal gegenseitiger Erziehung und Bildung. Karl May zeigt anhand von Winnetou und Old Shatterhand ein idealisiertes Beispiel von gelungener Völkerverständigung, ein Thema, das auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Die dreiteilige Reihe "Winnetou I-III" besticht nicht nur durch eine durchgehend spannende Handlung, von der ungebrochenen Beliebtheit des Stoffs zeugen auch die mittlerweile zu Klassikern gewordenen Verfilmungen aus den 1960er Jahren und die Film-Persiflage "Der Schuh des Manitu" aus dem Jahr 2001.

1876

Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
(Roman, deutsch)
Conrad Ferdinand Meyer hatte sich über viele Jahre mit Georg Jenatsch, dem berühmt-berüchtigten Politiker aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, beschäftigt, bevor Jürg Jenatsch ab 1874 in Fortsetzungen erschien. Obwohl als historischer Roman angelegt, sah Meyer dieselben Zeitfragen aufgeworfen, "die jetzt die Welt bewegen: ich meine den Konflikt von Recht und Macht, Politik und Sittlichkeit".


1880-1884



1882

Alan Alexander Milne: Pu der Bär
(Kinderbuch, englisch)
"Pu pu!", sagte A. A. Milnes einjähriger Sohn Christopher Robin, als er zu Weihnachten seinen neuen Teddy auf dem Kamin sitzen sah. So entstand 1921 der Name für die wohl berühmteste Teddy-Bären-Geschichte der Welt: "Pu de Bär". Die Abenteuer, die Christopher Robin mit Pu und seinen Freunden erlebte, hat Milne später aufgeschrieben und veröffentlicht. Keine Frage, dass ihm die Pu-Fans allüberall dafür zutiefst dankbar sind. So ist nichts verloren gegangen von den fürchterlich aufregenden Erlebnissen mit Pu, dem liebenswerten Bären von geringem Verstand, mit dem etwas ängstlichen Ferkel, dem griesgrämigen Esel I-Ah und allen anderen hochwichtigen Persönlichkeiten aus dem Hundertsechzig-Morgen-Wald.
Alan Alexander Milne, 1882 in London geboren und 1956 gestorben, war Journalist bei "Punch", Autor mehrerer Lustspiele und bedeutender englischer Kinderlyriker.

1883

Robert Louis Stevenson: Die Schatzinsel
(Roman, englisch)
Wer weiß, ob sich Jim Hawkins auf dieses Abenteuer eingelassen hätte, wenn er geahnt hätte, in welche Gefahr ihn die geheimnisvolle Landkarte bringt, die er bei dem toten Käpten fand. So aber macht er sich auf zu jener Südseeinsel, auf der der Schatz des berüchtigten Piraten Flint vergraben sein soll. Mit von der Partie sind Doktor Livesey und der Squire sowie eine wenig vertrauenswürdige Mannschaft und der zwielichtige einbeinige Long John Silver. Schon fast am Ziel, bedroht eine Meuterei nicht nur das Gelingen des Unternehmens, sondern auch das Leben aller Beteiligten... Stevensons "Schatzinsel" wird auch nach über 100 Jahren ihrem Ruf als eine der spannendsten Abenteuergeschichten überhaupt gerecht.
Robert Louis Stevenson (1850 - 1894) studierte Jura und war zunächst Journalist, dann freier Schriftsteller."Die Schatzinsel"(1883) und "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" (1888) gelten als seine berühmtesten Werke.


1885-1889



1886

Robert Louis Stevenson: Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
(Roman, englisch)
Der erste Entwurf dieser unheimlichen Geschichte, die zu den wichtigsten Werken der englischen Schauerliteratur zählt, geht auf einen Traum Stevensons zurück. Der Arzt Dr. Jekyll ist sich von Jugend an seiner zwiespältigen Natur bewußt, versucht die dunkle Seite seines Charakters jedoch zu unterdrücken. Immer mehr ergreift der Gedanke Besitz von ihm, daß beide Veranlagungen in verschiedenen Körpern untergebracht werden könnten. Jekyll beginnt zu experimentieren ...

1888

Theodor Storm: Der Schimmelreiter
(Novelle, englisch)
Bis zur Vereinsamung verschreibt sich Hauke Haien dem Deich, seinem ehrgeizig betriebenen Lebenswerk, das der Kultur einen Schutzraum vor den elementaren Kräften der Meereslandschaft schaffen soll. Storm gestaltet in seiner größten und berühmtesten, in fast alle Sprachen übersetzten Novelle meisterhaft die Erkenntnis von der Selbstverschuldung menschlichen Glücks und Unglücks.

1889

Johanna Spyri: Heidi
(Kinderroman, deutsch)
Anonym und in bescheidener Aufmachung erschien vor über 120 Jahren die schlichte Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich nichts Schöneres auf der Welt vorstellen kann, als das Leben in den Bergen. Seither hat Johanna Spyris Heidi Berge versetzt: mit einer Gesamtauflage von rund 50 Millionen Exemplaren, Übersetzungen in 50 Sprachen und zahlreichen Verfilmungen ist Heidi heute einer der erfolgreichsten Kinderbuchklassiker weltweit. Heidi und Geißenpeter, der Alm-Öhi, Tante Dete, Klara Sesemann und Fräulein Rottenmeier sind aus der Kinderliteratur nicht mehr wegzudenken.


1890-1894



1890

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
(Roman, englisch)
Die faszinierende Geschichte vom Dandy, der eine Art Teufelspakt eingeht, damit statt seiner selbst sein gemaltes Porträt altere und er jedoch letztendlich grausam daran zugrunde geht. Oscar Wildes einziger Roman, der bei seinem Erscheinen einen Skandal auslöste, spielt im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wirklichkeit, zwischen Schönheit und Sittlichkeit. Dieses Thema der europäischen Dekadenz war auch Wildes ureigenster Konflikt.
Oscar Fingal O`Flahertie Wills Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als Sohn eines Arztes und einer Dichterin geboren und starb am 30. November 1900 in Paris. Er studierte mit glänzendem Erfolg in Dublin und Oxford. Seinen Ruhm begründete Wilde mit der erfolgreichen Märchensammlung "Der glückliche Prinz und andere Erzählungen" (1888) und dem "Bildnis des Dorian Gray" (1890). Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde er 1895 wegen homosexueller Praktiken zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und aus der Gesellschaft ausgestoßen.

1891

Sir Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer des  Sherlock Holmes
(Kurzgeschichten, englisch)
Die Sherlock Holmes Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle sind weltweit in über 50 Sprachen übersetzt worden und als Filme, Theaterstücke, Hörspiele und gar als Ballet verarbeitet worden. Sherlock Holmes, die Verkörperung des analytischen Verstands schlechthin, ist somit weltweit wohl der bekannteste literarische Detektiv. Sir Arthur Conan Doyle wurde 1859 in Edinburgh geboren. 1882 gelang ihm mit "Eine Studie in Scharlachrot" der Durchbruch als Autor, denn der von ihm geschaffene Sherlock Holmes eroberte seine Leser im Sturm. In vier Romanen und 56 Geschichten berichtet er von den Abenteuern des unsterblich gewordenen Paars Holmes und Dr. Watson. Daneben schrieb Conan Doyle zahlreiche weitere Werke. 1902 wurde ihm die Ritterwürde verliehen, 1930 starb er als hoch angesehener Mann.

1892

Guy de Maupassant: Bel-Ami
(Roman, französisch)
Von den Zeitgenossen wurde "Bel-Ami", das Hauptwerk des Autors, als brillantes Sittengemälde der Pariser Presse- und Finanzwelt bewundert. Zeitlose Gültigkeit gewann das Buch aber als Porträt eines menschenverachtenden Strebertums. Maupassant erschließt in seinem Prosawerk seelische Landschaften dort, wo andere sie übersehen. "Bel-Ami" ist der Inbegriff des skrupellosen Aufsteigers, von Selbstsucht, maßlosem Ehrgeiz und Rücksichtslosigkeit getrieben. Die Frauen, die seinem Charme erliegen, nützt er schamlos aus, um seine Karriere im Dschungel der Pariser Boulevardpresse voranzutreiben. Die Männer, die ihren Einfluß für ihn geltend machen, sieht er nur als nützliche Bekanntschaften, die man für sich fruchtbar machen und danach wieder lösen muß. So steigt der kleine Gelegenheitsjournalist Stufe um Stufe zum allseits bekannten und berüchtigten Leitartikler auf. In der Geschichte seines Emporkömmlings zeigt sich die psychologische Unerbittlichkeit in Maupassants Romankunst.

1894

Rudyard Kipling: Die Dschungelbücher
(Erzählung, englisch)
Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Mowgli, dem Menschenkind, das im indischen Dschungel inmitten seiner tierischen Freunde, Balu und Baghira, aufwächst? Was Kinder wie ein Märchen auffassen, kann für den erwachsenen Leser als Darstellung der menschlichen Existenz schlechthin gesehen werden: Der Mensch muss sich seiner besonderen Stellung innerhalb der Schöpfung bewusst werden. So ist Kiplings bekanntester Erzählzyklus ein Buch für jung und alt. Berühmt geworden durch den Disney-Klassiker, ist die Geschichte auch immer wieder ein Leseabenteuer. Nach "Das Dschungelbuch" erschien 1895 "Das zweite Dschungelbuch"
Kipling erhielt für sein schriftstellerisches Werk 1907 den Nobelpreis für Literatur.


1895-1899



1895

Theodor Fontane: Effie Briest
(Roman, deutsch)
Einer der größten Frauenromane des 19. Jahrhunderts - Effi Briest zwischen Instetten und seinem Herausforderer Crampas, die ergreifende Geschichte einer glücklosen Liebe und Ehe.
Theodor Fontane, am 30. Dezember 1819 in Neuruppin/Brandenburg geboren, war beinahe 60 Jahre alt, als sein Romanschaffen mit dem historischen Roman "Vor dem Sturm" 1878 einsetzte. Der Weg dorthin war lang und führte Fontane vom Apothekerberuf über journalistische Tätigkeiten als Redakteur, Kriegsberichterstatter und Reiseschriftsteller schließlich zu den großen realistischen Zeit- und Gesellschaftsromanen.

1895

Herbert George Wells: Die Zeitmaschine
(Roman, englisch)
Ein Untertan Ihrer Majestät Queen Victoria, der namenlose "Zeitreisende", erzählt seinen Freunden von seiner Erfindung: einer fahrradähnlichen Maschine, die Vor- und Rückwärtsbewegungen auf der Zeitachse, mithin also die Erforschung des Schicksals der menschlichen Spezies ermöglicht. Während einer Demonstration entschwindet der Erfinder und taucht erst acht Tage später wieder auf. Wunderliches hat er zu berichten aus dem Jahr 802701, wo für die kindlich-zutraulichen Eloi alle Menschheitsträume in Erfüllung gegangen zu sein scheinen. Doch die Idylle trügt...
H. G. Wells' 1895 erschienener Roman wurde zum oft nachgeahmten, aber nie erreichten Vorbild: Mit ihm eröffnete der geniale Visionär die Reihe der in unserem Jahrhundert bedeutenden literarischen Gegenutopien, die sich apokalyptischer Bilder bedient, um eine humane und gerechte Welt anzumahnen.

1896

Theodor Herzl: Der Judenstaat
(Traktat, deutsch)
Zu einer Zeit, als es in Europa opportun war, die sogenannte Judenfrage mit antisemitischer Polemik lösen zu wollen, propagierte Theodor Herzl (1860-1904) die Idee einer jüdischen Eigenstaatlichkeit. Unter dem Eindruck der Dreyfusaffäre schrieb er sein Plädoyer für einen eigenständigen jüdischen Staat und wurde damit zum Begründer des politischen Zionismus. Nüchtern und umsichtig in der Analyse der herrschenden Zustände, wegweisend in den Ideen, ist dieses Buch unabdingbar für das tiefere Verständnis des Judentums wie des Staates Israel. "Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale noch für eine religiöse, wenn sie sich auch noch so und anders färbt. Sie ist eine nationale Frage, und um sie zu lösen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weltfrage machen, die im Rate der Kulturvölker zu regeln sein wird."

1897

Fritjof Nansen: In Nacht und Eis
(Sachbuch, norwegisch)
Am 24. Juni 1893 bricht der Norweger Fridtjof Nansen zu einer der gewagtesten Expedition der Geschichte auf. Sein Ziel: die Eroberung des Nordpols. Zunächst per Schiff, dann mit Hundeschlitten versuchte sich Nansen einen Weg durch die nördlichen Eiswüsten zu bahnen. Doch was als Forschungsexpedition begann, wurde bald zu einem abenteuerlichen Kampf ums Überleben ...
In Nansens packendem Reisebericht über seine epochemachende Polarfahrt wird auch heute noch das große Abenteuer lebendig. Ein Klassiker der Entdeckungsliteratur!
Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Polarforscher und Zoologe, gehört zu den bedeutendsten Entdeckungsreisenden der Geschichte. Er durchquerte zu Fuß Grönland und versuchte in seiner berühmten Polarexpedition den nördlichsten Punkt der Erde zu erreichen. Nach seiner Rückkehr schrieb er seine Erlebnisse nieder. Später begann er als Politiker und Diplomat eine zweite Karriere. Für sein humanitäres Engagement u.a. bei der Rückführung von Kriegsgefangenen nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis.

1897

Bram Stoker: Dracula
(Roman, englisch)
Der Vampir-Klassiker. Schon bald nach seiner Ankunft im Schloß des Grafen Dracula fallen dem jungen Anwalt Jonathan Harker merkwürdige Dinge auf: Groß ist sein Entsetzen, als sich der Graf als Vampir entpuppt.
Bram Stoker, geboren 1847 in Dublin, gestorben 1912 in London. Die ersten sieben Jahre seines Lebens war er durch eine schwere Krankheit ans Bett gefesselt - ein Trauma, das er erst mit der Niederschrift seines Vampirromans ganz überwinden konnte. Nach dem Studium schlug er sich als unbezahlter Theaterkritiker und Zeitschriftenherausgeber durch, bis er 1878 Manager des berühmten Shakespeare-Darstellers Henry Irving wurde. In seiner Freizeit veröffentlichte er zehn Bücher, von denen allerdings nur Dracula internationale Anerkennung fand. Bram Stoker starb 1912, genau zehn Jahre bevor mit Murnaus Film "Nosferatu" der Durchbruch des dunkelsten Helden der Weltliteratur gelang.

1899

Henryk Sienkiewicz: Quo vadis?
(Roman, polnisch)
Das dekadente Rom Kaiser Neros im Widerstreit mit der unwiderstehlichen sittlichen Kraft des aufstrebenden Christentums und dazu eine von melodramatischen Elementen nicht freie, großartige Liebesgeschichte zwischen dem Römer Vinicius und der Christin Lygia - aus diesen Essenzen schuf der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz den Welterfolg "Quo vadis?". Das opulente Werk basiert auf intensiven Quellenstudien. Seinem Autor geht es aber nicht nur um die Beschreibung der römischen Welt, sondern, "weil er dem Volk ins Herz schaut", auch um die Schilderung etwa des Martyriums der Christen oder des großen Brands und um das Pathos einer tiefen Leidenschaft. Schon bei Erscheinen im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm das Lesepublikum diesen Klassiker unter den historischen Romanen mit Begeisterung auf, der seither in über 40 Sprachen übersetzt, im Theater und als Oper aufgeführt und mehrmals verfilmt wurde.
Henryk Sienkiewicz (Ps. Litwos) wurde 1846 in Wola Okrzejska, Polen, geboren und starb 1916 in Vevey, Schweiz. 1905 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.


1900-1904



1900

Sidonie-Gabrielle Colette: Claudine-Romane
(Romane, franösisch)
Die berühmte Claudine-Tetralogie umfasst die Bände "Claudine erwacht", "Claudine in Paris", "Claudine in der Ehe" und "Claudine geht" und begründete Anfang des 20. Jahrhunderts den literarischen Weltrum der französischen Skandalschriftstellerin. "Colette ist das menschlichste Herz der modernen französischen Literatur." (Marcel Proust)
Colette (1873-1954) wurde in  Saint-Sauveur-en-Puisaye (Burgund) geboren. Durch ihren ersten Mann Henry Gauthier-Villars kam sie nach Paris und begann auf sein Drängen hin zu schreiben. Nach der Scheidung verursachte sie unter anderem als freizügige Schauspielerin und Kabarettistin aufsehenerregende Skandale. Sie wurde als erste Frau später Präsidentin der Pariser Académie Goncourt.

1900

Ellen Key: Das Jahrhundert des Kindes
(Sachbuch, schwedisch)
Bei Eintritt in das Jahr 2000 wird "Das Jahrhundert des Kindes" von Ellen Key 100 Jahre alt. 1902 bei seinem Erscheinen in Deutschland begeistert aufgenommen und ebenso vernichtend kritisiert, ist das Buch gerade in den letzten Jahren wieder aktuell geworden und wird von vielen als "Auftakt der Reformpädagogik" bezeichnet. Die Zukunftsvisionen, die Ellen Key in dem Buch entwickelt, weisen auf Rousseau, Pestalozzi und Fröbel zurück, aber auch auf Nietzsche beziehungsweise Schillers und Goethes Erziehungsideal. Die Forderung von Ellen Key, die Entwicklung des einzelnen Kindes in den Mittelpunkt von Erziehung zu stellen und ihr Plädoyer für eine demokratische Erziehung sind bis heute wesentlicher Bestandteil reformpädagogischer Konzepte.

1901

Thomas Mann: Buddenbrooks
(Roman, deutsch)
Der Untertitel des Romans 'Verfall einer Familie' bezeichnet den wesentlichen Handlungsverlauf der vier Generationen umfassenden Geschichte der Lübecker Patrizierfamilie, die Thomas Mann in Anlehnung an seinen eigenen familiären Hintergrund fiktiv ausgestaltet hat. Obwohl der ethisch fundierte Kapitalismus der Buddenbrooks im Verlauf des Romans der neureichen, ökonomisch überlegenen Konkurrenz der Familie Hagenström weichen muss, liegen Untergang und Scheitern der Buddenbrooks nicht in ökonomischen Sachverhalten begründet. Trotz verschiedener wirtschaftlicher Fehlspekulationen und dem auch finanziell nachteiligen Scheitern mehrerer Ehen der Familienmitglieder ist die Hauptursache für den Verfall ein kontinuierlicher Prozess der Degeneration, der im sukzessiven Verlust von Vitalität, einer Verfeinerung der Nerven, zunehmender Reflexivität und wachsender künstlerischer Neigung seine Ausdrucksformen findet.



1902

Wladimir Iljitsch Lenin: Was tun?
(Sachbuch, russisch)
Das Hauptwerk Lenins, in dem er die Theorie aufstellt, dass die gewöhnliche Arbeiterklasse nicht dazu in der Lage sei eine Revolution mit sozialdemokratischen Zielen zu führen. Er begründete diese Annahme damit, dass das Proletariat kein sozialdemokratisches Bewusstsein bzw. politisches Klassenbewusstsein habe. Er entfernte sich damit von den Theorien Karl Marx, der glaubte, dass sich die menschliche Gesellschaft von der Urgesellschaft über die Feudalherrschaft auf ganz natürlichem und vor allem unvermeidlichem Wege bis hin zum Kommunismus entwickeln würde. Lenin nahm an, dass die Massen, da sie nicht von sich aus eine Revolution gegen das Besitzbürgertum führen könnten und würden, von einer Organisation von Berufsrevolutionären geführt werden müssten. Er entwickelte daher das Konzept von der kommunistischen Partei als Vorhut der Arbeiterklasse (Avantgarde des Proletariats), die die Revolution durchführen, die Diktatur des Proletariats in dessen Sinne ausüben und gleichzeitig die Massen zum Kommunismus erziehen müsse. Dieses Konzept sollte die politische Organisation der Sowjetunion und anderer realsozialistischer Staaten später entscheidend prägen. Da aber diese Form der Organisation nach Annahme von Lenins Gegnern auch schnell zu einer Diktatur der Berufsrevolutionäre führt, wurde dieses Werk stark kritisiert.
Den Titel dieser Schrift hat Lenin vom programmatischen Roman N.G. Tschernyschewskis übernommen, der nach Lenins eigenen Worten hunderte Menschen zu Revolutionären gemacht und ihn selbst von Grund auf verändert hat.

1903

Jack London: Ruf der Wildnis
(Roman, englisch)
Die ersten vier Jahre seines Lebens verbringt Buck, eine Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund, noch in zivilisierter Umgebung auf einer Farm in Kalifornien. Doch eines Tages wird er seinem Herrn gestohlen. Es ist die Zeit des Goldrausches, und Buck landet als Schlittenhund in Alaska. Rasch erkennt er, daß hier andere Gesetze gelten als im Süden. Entschlossen nimmt er den Kampf ums Überleben auf. Die Neuausgabe von Jack Londons populärem Abenteuer-Klassiker von 1903 sollte Erwachsene und Kinder begeistern.
Jack London, geboren 1876 in San Franzisco, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schlug sich zunächst als Fabrikarbeiter, Austernpirat, Landstreicher und Seemann durch. Später holte er das Abitur nach und begann zu studieren. Doch bald zog es ihn als Goldsucher nach Alaska. Danach lebte er monatelang im Elendsviertel von London und geriet als Korrespondent im Russisch-Japanischen Krieg in Gefangenschaft. Nach einer Weltreise setzte der inzwischen berühmte Schriftsteller 1916 auf seiner Farm in Kalifornien seinem Leben ein Ende.


1905-1909



1906

John Galsworthy: Die Forsyte Saga
(Roman, englisch)
1886 versammelt sich die Familie Forsyte, um die Verlobung von June und Philip zu feiern. Doch was sich so glücklich anlässt, entpuppt sich als der Beginn eines zähen Ringens: Der Kampf um die Tradition der Familie wird zum Angelpunkt der dramatischen Geschehnisse....
Vier Generationen bis 1922 umfasst dieser Roman, in dem John Galsworthy mit Humor und Ironie eine Viktorianische Familie und ihre typischen wie faszinierenden Charaktere in ihrer Widersprüchlichkeit entstehen lässt. Eine monumentale Familien-Saga aus der Feder des englischen Nobelpreisträgers.

1906

Maxim Gorki: Die Mutter
(Roman, russisch)
Erschien zuerst in englischer Sprache in New York, trug dem russischen Dichter ein Verfahren wegen "Aufruf zur Revolte" ein und konnte erst 1917 in Russland vollständig gedruckt werden. In diesem halbdokumentarischen Roman gestaltet Gorki die politische Bewusstseinsbildung der russischen Arbeiterschaft am Beispiel der Titelheldin Nilowna, die durch ihren revolutionären Sohn allmählich aus passiver Beobachtung in eine kämpferische politische Aktivität hineinwächst und schliesslich als überzeugte Revolutionärin verhaftet wird. Gorki selbst hat diesem Buch eine Sonderstellung innerhalb seines Werkes eingeräumt. Der Roman gilt heute als Musterbeispiel für die Literatur des sozialistischen Realismus.



1906

Upton Sinclair: Der Dschungel
(Roman, englisch)
1905 verdingte sich Upton Sinclair wochenlang als Arbeiter in den Schlachthöfen Chicagos und verarbeitete seine Eindrücke in diesem, seinem berühmtesten Roman. Sein Erscheinen löste eine weltweite Entrüstung über die entsetzlichen hygienischen und menschlichen Arbeitsbedingungen aus. Die Schicksale der beiden litauischen Familien, die im Mittelpunkt des Romans stehen, wurden realen Vorbildern nachgezeichnet. Die haarsträubenden  Erfahrungen, die diese beiden bäuerlichen Familien machen müssen, sind typisch für die Auswirkungen der Kapitalentwicklung um 1900 auf die Mehrheit der Bevölkerung der USA. Profitgier bestimmt die Handlungsweise und hat unmenschliche Arbeits- und Produktionsbedingungen zur Folge.

1908

Jakob Wassermann: Caspar Hauser
(Roman, deutsch)
Im Jahre 1828 wird in Nürnberg ein verwahrloster und verwirrter junger Mann aufgegriffen, der kaum gehen und sprechen kann und nur mit großer Mühe seinen Namen schreibt: Caspar Hauser. Bei einer ärztlichen Untersuchung fällt auf, dass er geimpft ist, ein Zeichen für adlige Abstammung. Der Gymnasialprofessor Daumer nimmt Caspar Hauser auf und beginnt ihn zu sozialisieren, doch schon bald wird ein Mordanschlag auf seinen Schützling verübt. Das öffentliche Interesse an Hausers Schicksal hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, doch die Kette der mysteriösen Vorkommnisse reißt nicht ab.
Jakob Wassermann, geboren 1873 in Fürth, war Versicherungsangestellter, Lektor und Theaterkorrespondent. Der vorliegende Roman, der nichts von seiner Brisanz verloren hat, verhalf ihm zum Welterfolg.

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Auffahrt / Pfingsten 2017

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