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1910-1914



1911

Ambrose Bierce: Aus dem Wörterbuch des Teufels
(Aphorismensammlung, englisch)
Bierce liefert rund 1000 meist bitterböse Worterklärungen. Die Definitionen sind selten mehr als zwei bis vier Sätze lang und schliessen mit einer zielsicheren Pointe. So bezeichnet der kriegserfahrene Autor z. B. die Armee als "unproduktive Einrichtung, die eine Nation verteidigt, indem sie alles verschlingt, was einen Feind zur Invasion reizen könnte". Diplomatie hält Bierce für "die patriotische Kunst, gegen Bezahlung für sein Vaterland zu lügen", Ehrlichkeit im Geschäftsleben für eine schwere Behinderung. Ziel seines beissenden Spotts sind vor allem Geistliche, Politiker und Kapitalisten, deren auf göttliche oder irdische Fügung sich berufende Autorität Bierce angriffslustig auseinander nimmt.
Ambrose Bierce wurde 1842 in Ohio geboren und begann nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges eine Karriere als Journalist. Berühmt wurde er durch seine meisterhaften Kurzgeschichten und Erzählungen. 1913 ging er nach Mexiko, wo er auf rätselhafte Weise spurlos verschwand.



1912

Waldemar Bonsels: Die Biene Maja und ihre Abenteuer
(Kindererzählung, deutsch)
Der erfolgreiche Kinderbuchklassiker! Waldemar Bonsels erfand 1912 mit der Biene Maja eine Figur, die mittlerweile jedes Kind kennt. Die charmante Erzählung Bonsels schildert spannend und unterhaltsam die Abenteuer der kleinen Heldin Maja, die Gefühle wie Freundschaft, Angst und Trauer durchlebt und so die Welt der Kinder widerspiegelt. Ein zauberhaftes Buch, das auch heute noch grosse und kleine Leser fesselt. Die Geschichte der Biene Maja ist in Amerika, Japan, Indien genauso beliebt wie in Deutschland.



1914

Edgar Rice Burroughs: Tarzan bei den Affen
(Roman, englisch)
1912 schrieb Edgar Rice Burroughs seinen ersten Roman "Tarzan bei den Affen", kurz darauf die erste Fortsetzung "Tarzans Rückkehr". Seither schwingt sich Tarzan, der Sohn des Urwaldes, durch den Bücher-Dschungel, und von frühesten Stummfilmzeiten an auch über die Kinoleinwände.
Edgar Rice Burroughs wurde am 1. September 1875 in Chicago geboren. In den Jahren von 1912 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 schrieb er über 60 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten.


1915-1919



1916

Heinrich Mann: Der Untertan
(Roman, deutsch)
Heinrich Mann erzählt die Lebensgeschichte von Diederich Hessling, dem Sohn eines kleinen Papierfabrikanten, der studiert, dient, seinen Doktor macht, reich heiratet und die väterliche Fabrik übernimmt. "Aber das ist nicht nur Diederich Hessling oder ein Typ [...] Das ist die Inkarnation des deutschen Machtgedankens, da ist einer der kleinen Könige, wie sie zu Hunderten und Tausenden in Deutschland lebten und leben, getreu dem kaiserlichen Vorbild, ganze Herrscherchen und ganze Untertanen" (Kurt Tucholsky).
Heinrich Manns "Untertan" ist der grosse satirische Gesellschafts- und Zeitroman in deutscher Sprache. Bis heute sind Heinrich Manns Befunde, wenn es um das Wesen des deutschen Spiessers geht, nicht überholt.
Zuerst liess Heinrich Mann diesen Roman in Fortsetzungen in einer Kulturzeitschrift erscheinen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Vorabdruck abgebrochen.
Heinrich Mann wurde 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium, eine Buchhandelslehre, 1891 -1892 volontierte er im S. Fischer Verlag Berlin; gleichzeitig Gasthörer an der Universität. Freier Schriftsteller: Romane, Novellen, Essays, Schauspiele. 1933 Emigration nach Frankreich, später in die USA; er starb 1950 in Santa Monica/Kalifornien.



1918

Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes
(Sachbuch, deutsch)
Kaum ein anderes geschichtsphilosophisches Werk ist in der Welt und vor allem in Deutschland so heftig diskutiert und so gründlich missverstanden worden wie Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes", ein Werk, dessen Titel zum - meist oberflächlich gebrauchten - Schlagwort wurde. Zum ersten Mal hatte hier ein grosser Denker den Versuch gewagt, eine "Philosophie des Schicksals" vorzulegen, in der die abendländische Kultur in ihrer Zivilisationsphase und damit in ihrer Endphase erklärt wurde. Für Spengler zeigen die Kulturen, denen jeweils eine Lebensdauer von einem Jahrtausend beschieden ist, einen schicksalhaften, den Jahreszeiten entsprechenden Verlauf. Diese Sicht führte ihn zu faszinierenden Vergleichen und Prognosen, die inzwischen zum Teil schlagend bestätigt wurden. Spengler fühlte sich Goethe und Nietzsche verpflichtet. Die ungewöhnliche Wirkung, die Spenglers Werk erzielte, beruhte sowohl in seinem imponierenden, konsequenten Gedankengang wie in seiner bildhaften Sprache, die es auch dem Laien ermöglicht, dem Text zu folgen.



1919

Johan Huizinga: Herbst des Mittelalters
(Sachbuch, holländisch)
Dieses Epochengemälde nordalpiner Spätgotik zählt zu den bedeutendsten Werken der Kulturgeschichtsschreibung, an wissenschaftlichem Rang, Glanz der Darstellung und der Weite des Blicks nach wie vor unübertroffen. In packender Anschaulichkeit schildert Huizinga Mensch und Gesellschaft, Geist und Leben, Kunst und Literatur, Frömmigkeit und Glaube der burgundisch-französisch-niederländischen Welt des 14. und 15. Jahrhunderts. Ein Meisterwerk, dem die aktuelle Kultur- und Mentalitätsgeschichte wesentliche Impulse verdankt.


1920-1924



1920

Sigrid Undset: Kristin Lavranstochter
(Roman, norwegisch)
Kristin Lavranstochter besteht aus drei Teilen. "Der Kranz" erzählt von Kindheit und Jugend Kristins, der Tochter eines wohlhabenden und angesehenen Bauern. Schon früh wirbt Simon Darre, Sohn eines Ritters und in der gesellschaftlichen Hierarchie höher stehend, um das attraktive und gut erzogene Mädchen. Die beiden werden verlobt, Kristin geht jedoch zunächst für einige Zeit in ein Kloster. Hier lernt sie auf einem Ausflug Erlend Nikulaussohn kennen, der ihr und ihren Begleiterinnen in einer bedrohlichen Situation zu Hilfe kommt. Sie verliebt sich und beginnt ein Verhältnis mit ihm. Es gelingt ihr, Simon zu einem Verzicht auf ihr Eheversprechen zu bewegen und ihren Vater Lavrans zu überreden, in die Ehe mit Erlend einzuwilligen.  Der erste Band endet mit der Hochzeit und Kristins Umzug auf den Hof Erlends. Der zweite Teil, "Die Frau", handelt von Kristins Ehe mit Erlend. Kristin bringt sieben Söhne zur Welt, und ihrer Tatkraft und Tüchtigkeit ist es zu verdanken, dass der heruntergewirtschaftete Hof des Mannes bald wieder gute Erträge abwirft. Doch Erlend verstrickt sich in politische Machtkämpfe und gerät wegen Landesverrats in Gefangenschaft. Durch den Einfluss Simons, der noch immer zu Kristin hält, kommt er wieder frei, verliert jedoch sein gesamtes Vermögen, sodass der Familie lediglich das Erbteil Kristins - ihr elterlicher Hof - bleibt. Hier setzt der dritte Teil, "Das Kreuz", ein: Kristin findet sich mit dem sozialen Abstieg schnell zurecht, Erlend dagegen vernachlässigt Hof und Familie, überwirft sich schliesslich mit Kristin und verlässt sie.
Für ihre Roman-Trilogie "Kristin Lavranstochter" erhielt Sigrid Undset 1928 den Nobelpreis für Literatur.



1921

Jaroslav Hasek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
(Roman, tschechisch)
Jaroslav Haseks unvollendet gebliebener satirischer Roman um die Erlebnisse des Prager Hundehändlers Josef Schwejk im Ersten Weltkrieg gehört zu den unvergänglichen und zugleich amüsantesten Werken der Weltliteratur. Der Schöpfer dieses verschmitzten Widerstandsbuches gegen jede kriegslüsterne Obrigkeit, hat selbst als Offiziersbursche der k. u. k. Armee die "Freuden des Soldatenlebens" kennengelernt. Jaroslav Hasek, als Sohn eines Mathematiklehrers am 24. April 1883 in Prag geboren, starb vierzigjährig am 3. Januar 1923 in Lipnice/Tschechoslowakei. Er debütierte 1903 mit einem Gedichtband, musste aber seinen Lebensunterhalt als Bankangestellter verdienen, ehe er als Verfasser zahlreicher, schliesslich in 16 Bänden gesammelter, derb-heiterer Erzählungen bekannt wurde.



1922

Hermann Hesse: Siddhartha
(Erzählung, deutsch)
Siddhartha, 1953 im Suhrkamp Verlag erstmals erschienen und für Generationen zu einem Kultbuch geworden, ist die Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus den familiären und gesellschaftlichen Konventionen zu einem eigenständigen Leben, ein Buch über die Erkenntnis, daß Bewußtsein nicht überlieferbar ist durch Lehren, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. In diesem Text sucht Hesse zu ergründen, "was allen Konfessionen und allen menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem Einzelnen geglaubt werden kann".
"Einen Buddha zu schaffen, der den allgemein anerkannten Buddha übertrifft, das ist eine unerhörte Tat. Siddhartha ist für mich eine wirksamere Medizin als das Neue Testament." (Henry Miller)

1924

Howard Carter: Das Grab des Tut-ench-Amun
(Sachbuch, englisch)
Als im Jahre 1922 der Archäologe Howard Carter im ägyptischen Tal der Könige das noch fast unberührte Grab des jungen Pharaos Tut-ench-Amun entdeckte, kam dieser Fund einer Sensation gleich.  Das Buch ist der sachlich gehaltene Bericht über die Entdeckungsgeschichte des - neben den Pyramiden von Gizeh - berühmtesten Grabmals Ägyptens. Im Mittelpunkt des Berichts steht Tut-ench-Amun, der nur etwa 18 bis 20 Jahre alt wurde. In die wissenschaftliche Darstellung bringt Carter immer wieder seine eigenen Erlebnisse und Empfindungen mit ein. Nicht ohne Stolz berichtet er, wie er ab 1907/08 anhand mehrerer Funde US-amerikanischer Archäologen im Tal der Könige zur Überzeugung gelangte, dass das Grabmal von König Tut-ench-Amun noch seiner Entdeckung harrte. Doch erst als sein Auftraggeber (und zugleich Mitausgräber) Lord Carnarvon 1915 eine Grabungslizenz erhielt, konnte Carter selbst systematisch im vermuteten Gebiet suchen. Carter stellt die eigentliche Entdeckungsgeschichte sowie die langwierige Bergung der zahlreichen Funde ausführlich dar und lockert seine Ausführungen durch fachliche und historische Erläuterungen immer wieder auf.


1925-1929



1925

John Dos Passos: Manhattan Transfer
(Roman, englisch)
Dieser Roman stellte den amerikanischen Schriftsteller John Dos Passos schlagartig in die erste Reihe der grossen literarischen Revolutionäre des 20. Jahrhunderts. Der Ruhm dieses kühnen Buches ist bis heute unverblasst. Sein Titel - Name der berühmten New Yorker Fähren - symbolisiert die Stadt als Umschlagplatz der vielschichtigen und vielfarbigen amerikanischen Bevölkerung. Das hochzivilisierte, von anonymen Kräften beherrschte New York erscheint letzten Endes jedoch als Schauplatz des modernen Lebens überhaupt, als typische Stätte einer gierigen Jagd nach Arbeit, Glück und Macht. Mit genialer Kraft und einer völlig neuartigen Form hat der Autor zahllose episodische Vorgänge zusammengehalten und ineinander verflochten. Mit einer vom Film herrührenden Technik des kontrastierenden Nebeneinanders werden Schlagzeilen, Slang und Schlagertexte organisch in den Roman einbezogen.



1925

Lion Feuchtwanger: Jud Süss
(Roman, englisch)
1730: Der jüdische Kaufmann Josef Süss Oppenheimer steigt als Geheimrat des katholischen Herzogs Karl Alexander zum mächtigsten Mann Württembergs auf. Die politischen Fäden des Landes zieht er mit rücksichtslosem Eifer. Als seine geliebte Tochter Naemi vor den Nachstellungen des Herzogs in den Tod flüchtet, schwört Süss seinem verschwenderischen Leben ab und stellt dem Landesherrn eine Falle. Doch der Tod des Herzogs besiegelt auch seinen eigenen Untergang.
Lion Feuchtwanger wurde 1884 in München geboren. Nach vielseitigen Studien gab er die Kulturzeitschrift "Der Spiegel" heraus, schrieb Theaterkritiken und arbeitete an Siegfried Jacobsohns "Schaubühne" mit. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Feuchtwanger in Tunis interniert, konnte jedoch fliehen. 1925 siedelte er nach Berlin über. Als die Nazis die Macht übernahmen, befand er sich auf einer Vortragsreise in den USA. Seine Bücher wurden verboten, Haus und Vermögen konfisziert. Sanary-sur-mer, Feuchtwangers neuer Lebensort, war zeitweilig ein Zentrum deutscher Emigranten. 1940 internierten ihn die Franzosen. Ab 1941 lebte er in Kalifornien, wo weitere grosse historische Romane, Erzählungen, Stücke und Essays entstanden. Feuchtwanger starb 1958 in Pacific Palisades.

1925

Franz Kafka: Der Prozess
(Roman, deutsch)
"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." So beginnt die Geschichte des Josef K., dem an seinem 30. Geburtstag von einer mysteriösen Behörde der Prozess gemacht werden soll. Und je mehr er seine Unschuld verteidigen will, umso tiefer sinkt er ins Gestrüpp undurchschaubarer Gesetze und menschlicher Verwirrungen. Josef K. muss schliesslich erkennen, dass der "Sinn dieser grossen Organisation, dieser korrupten Bande", der Sinn dieses geheimnisvollen Prozesses die "Sinnlosigkeit" ist.
Der Prozess, der erste Roman Franz Kafkas, zwischen 1914 und 1915 entstanden und 1925 zum ersten Mal erschienen, ist zwar Fragment geblieben, aber dennoch eines der grossen Werke der Weltliteratur.
Franz Kafka , geboren 1883 in Prag, studierte Germanistik und Jura. 1917 erkrankte er an Tuberkulose, an der er sieben Jahre später starb.

1925

Egon Erwin Kisch: Der rasende Reporter
(Sachbuch, deutsch)
Wo Kisch war, dort war ein Caféhaus. Die Anekdoten und Abenteuer seines turbulenten Lebens machten ihn zum Idol einer ganzen Journalisten-Generation. Weltberühmt wurde er unter dem selbstgewählten Buchtitel "Der rasende Reporter", doch in seinem Selbstverständnis war er nicht Journalist, sondern Schriftsteller. In der vorliegenden Ausgabe werden alle Stationen seines Lebens mit umfangreichem Fotomaterial dokumentiert: Prag, Berlin, Wien, Amsterdam, Paris, Madrid, Moskau, New York, Sydney, Mexiko-City - Kisch als Matrose im Panama-Kanal, vor den Pyramiden der Mayas, mit Riesenschildkröten oder Koalabären, als Kleindarsteller bei Filmaufnahmen in Algier, mit Charlie Chaplin, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Upton Sinclair, immer wieder Anna Seghers und vielen anderen.

1926

Thomas Edward Lawrence: Die sieben Säulen der Weisheit
(Autobiographie, englisch)
Stilistisch brillante Schilderung des von England geschürten arabischen Aufstands 1917/18 gegen die Herrschaft der Türken. Für das Empire, das noch immer ein Fünftel der Welt beherrschte und dessen Lebensader der Suezkanal war, war der Nahe Osten von immenser strategischer Bedeutung. Obwohl die Aufteilung der Region zwischen Frankreich und England bereits im Sykes-Picot-Abkommen von 1916 festgelegt worden war, sicherte Lawrence den arabischen Völkern für den Fall des Siegs Unabhängigkeit zu. Er tauschte seine Uniform gegen Beduinenkleider und zelebrierte das strapaziöse und entbehrungsreiche Wüstenleben. Nach ersten Erfolgen seiner damals neuartigen Guerillataktik, konnten die zuvor verfeindeten und nun unter der Aussicht auf Freiheit von Feisal geeinten Stämme im Handstreich Akaba einnehmen und Damaskus erobern. Lawrence frönt in seinem Kriegsbericht der heroischen Selbstinszenierung und weicht in den persönlichen Passagen von den tatsächlichen Ereignissen ab.
T(homas) E(dward) Lawrence, der legendäre, geheimnisumwitterte "Lawrence von Arabien", war ursprünglich Archäologe und Sprachforscher.

1926

Edgar Wallace: Der Hexer
(Kriminalroman, englisch)
"Hexer" - die Leute hatten ihm diesem Namen gegeben. Er änderte seine Verkleidungen und Masken so oft, dass die Polizei nie in der Lage war, eine Beschreibung seiner Person in Umlauf zu setzen. Er war ein Meister der Verkleidung. Es konnte nur einen Grund für ihn geben, nach London zurückzukehren: Rache an Maurice Messer zu nehmen, dem er seine Schwester anvertraut hatte...
Geboren wurde Edgar Wallace 1875 als unehelicher Sohn eines Schauspielers. Er wuchs in armen Verhältnissen auf, blieb ohne Schulabschluss und hielt sich mit Gelegenheitsjobs wie Milchhändler, Maurergehilfe oder Zeitungsverkäufer über Wasser. Schliesslich begann er kleine Artikel für die Zeitung zu schreiben. Später lebte er als freier Schriftsteller und schrieb Sachbücher, Lyrik und Theaterstücke, 1904 schliesslich seinen ersten Krimi ("Die vier Gerechten") - das Debüt einer beispiellosen Karriere. Edgar Wallace verfasste 175 Romane, 24 Theaterstücke, eine grosse Anzahl von Kurzgeschichten, Essays, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln und Drehbüchern. Die Filme, die nach seinen Vorlagen gedreht wurden, sind kaum zu zählen. Edgar Wallace verstarb hoch verschuldet 1932 in Hollywood.

1927

Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit
(Historische Miniaturen, deutsch)
Die "schicksalsträchtigen Stunden, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, eine einzige Stunde zusammengedrängt ist", beschreibt Stefan Zweig in seinem berühmtesten Buch. In ihm führt er die Kunst der historischen und literarischen Miniatur auf einen Höhepunkt. Sehr verschiedenartig sind die Ereignisse, denen er den Wert von "Sternstunden" beimisst: der Untergang des Oströmischen Reiches, der in der Zerstörung von Byzanz im Jahre 1453 sein sichtbarstes Zeichen fand - die Entstehung des Händelschen "Messias" 1741 - Napoleons Niederlage 1815 - Dostojewskis Begnadigung auf der Hinrichtungsstätte 1849 - Lenins Reise im versiegelten Zug nach Russland 1917. "Nirgends ist versucht", schreibt Stefan Zweig, "die seelische Wahrheit der äusseren oder inneren Geschehnisse durch eigene Erfindung zu verfärben oder zu verstärken"; denn "die Geschichte bedarf keiner nachhelfenden Hand". Das schliesst nicht aus, dass durch novellistische Straffung die beschriebenen Ereignisse als "unerhörte Begebenheiten" eindringlich vermittelt werden können.

1929

Vicki Baum: Menschen im Hotel
(Roman, deutsch)
Vicki Baum schrieb von den 20ern bis in die 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zahllose Bestseller und führte das Leben eines Weltstars. "Menschen im Hotel", erschienen im Jahr 1929, machte Vicki Baum weltberühmt. Der mit leichter Hand, Poesie und subtilem Witz erzählte Roman führt eine Handvoll Menschen im Grand Hotel zusammen, zeigt sie in ihren Krisen, Träumen und Enttäuschungen und liefert ein atmosphärisch dichtes Bild vom Berlin der 20er-Jahre. Am Broadway dramatisiert, in Hollywood mit Greta Garbo, später noch einmal mit Heinz Rühmann verfilmt, begründete der Roman Vicki Baums Weltruf und ebnete ihr den Weg in die USA.

1929

Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz
(Roman, deutsch)
Alfred Döblins "Geschichte vom Franz Biberkopf" ist der deutsche Grossstadtroman von weltliterarischem Rang. Schauplatz ist das Berlin der zwanziger Jahre - mit seinem Menschengewühl, seinem Strassenlärm, seinem Häusergewirr. Schnoddrig und sentimental, durchsetzt mit biblisch-apokalyptischen Bildern, erzählt Döblin von dem aus der Strafanstalt entlassenen Transportarbeiter, der als ehrlicher Mann ins Leben zurückfinden will. Die Stadt selbst wird zum Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Biberkopf, der dieser verlockenden, aber unerbittlichen Welt zu trotzen versucht.
Alfred Döblin, geboren 1878, Nervenarzt in Berlin, Autor kühner Erzählwerke und zeitkritischer Essays, emigrierte 1933 nach Paris und starb 1957 in Emmendingen.

1929

Erich Kästner: Emil und die Detektive
(Kinderroman, deutsch)
Emil darf zum ersten Mal allein nach Berlin fahren. Im Zug wird ihm sein ganzes Geld gestohlen. Kaum ist Emil am Bahnhof ausgestiegen, heftet er sich dem Dieb an die Fersen. Zum Glück bekommt er bald Unterstützung von Gustav mit der Hupe und seinen Jungs, die Emil in einer aufregenden Verfolgungsjagd quer durch die grosse Stadt helfen, den Dieb zur Strecke zu bringen.
Erich Kästners erstes Kinderbuch ist gleichzeitig sein bekanntestes. Die Geschichte um Emil und seine Freunde wurde in Deutschland und im Ausland mehrmals mit grossem Erfolg verfilmt, ausserdem gibt es ein Musical und eine Theaterfassung zu dem zeitlosen Stoff.

1929

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues
(Roman, deutsch)
"Im Westen nichts Neues" war das sensationellste Erfolgsbuch der deutschen Literatur überhaupt. Es wurde in 45 Sprachen übersetzt und hatte bereits vier Jahre nach Erscheinen (1929) eine Auflage von eineinhalb Millionen erreicht. 1933 verboten, erlebte das Buch nach dem 2. Weltkrieg eine Renaissance, die sich heute, angesichts immer neuer Kriegsgreuel in der Welt, wiederholt. Denn die Schrecken des 1. Weltkrieges sind die Schrecken aller Kriege. Remarque beschwört sie mit einer zupackenden Lebendigkeit, der schonungslosen Sprache der Jugend, die für jede Generation wieder neu spricht.

1929

Thomas Wolfe: Schau heimwärts Engel
(Roman, englisch)
Einer der unvergänglichen Romane der Weltliteratur. In dem Porträt des jungen Eugene Gant, in der überbordenden Geschichte seiner Familie mit dem titanischen Vater, der allzu geschäftstüchtigen Mutter, der Schar ihrer Kinder, mit den Menschen der kleinen Stadt in North Carolina und ihren tragikomischen Verhältnissen versuchte Thomas Wolfe sehnsüchtig, hinter die Geheimnisse des Lebens zu kommen, in einem "geradezu wahnsinnigen Hunger, die gesamte menschliche Erfahrung zu verschlingen", wie er später notierte.


1930-1934



1931

Karl Jaspers: Die geistige Situation der Zeit
(Sachbuch, deutsch)
Jaspers sieht die moderne Gesellschaft in einem Widerstreit. Sie errichtet sich als Massenordnung zur technischen Daseinsfürsorge einer Vielzahl von Menschen und zerstört damit gleichzeitig jene Welt von Schicksal und Autorität, Vertrautheit, Nähe und Entscheidung, in der eigentliche menschliche Existenz allein möglich ist. Nivellierung und Funktionalisierung des Menschen sind der Preis der Moderne. Politisch sorgt sich Jaspers um das Ausbleiben echten Führertums, von dem allein Reformen des zum Erstarren neigenden Apparats der Daseinsfürsorge zu erwarten sind. Die politischen Bewegungen des Faschismus und des Bolschewismus deutet Jaspers nur am Rande als gefährliche Auswege des Menschen aus der allgegenwärtigen Krise in die Leichtigkeit des Gehorchenkönnens. Zwar schenkt er aktuellen politischen Strömungen und Strukturen nur geringe Aufmerksamkeit, aber die geistige Haltung und persönliche Verantwortlichkeit des Einzelnen implizieren den Abscheu gegen den sich ankündigenden politischen Wahnsinn in Deutschland. Der Staat gilt ihm als Phänomen der Macht. Nachdenklich blickt Jaspers auch auf die Wissenschaften vom Menschen. Für ihre unbestreitbaren Erfolge zahlt der Mensch mit der Verdinglichung seiner selbst. Er wird sich zum Objekt.



1931

Albert Schweitzer: Aus meinem Leben und Denken
(Autobiographie, deutsch)
In 20 Kapiteln berichtet Schweitzer über die wichtigsten Stationen seines Lebens; angefangen von der Kindheit bis hin zu seiner Rückkehr nach Afrika. Diese erfolgte im Anschluss an einen Aufenthalt in Europa 1928/29, der dem Abschluss der Schrift "Die Mystik des Apostels Paulus" (1930) gewidmet war. Einen Schwerpunkt seines Buchs bildet der Entschluss des bereits als Wissenschaftler bekannten Theologen zu tätigem Christentum in Äquatorialafrika, wo "ein Arzt, so berichteten die Missionare, das Wichtigste vom Wichtigen war". Zum Werdegang des christlichen Philanthropen gehören die wissenschaftlichen und literarischen Leistungen wie die Geschichte der Leben-Jesu-Erforschung (1906) und eine in deutscher und französischer Sprache verfasste Monografie des Orgelspielers Schweitzer über Johann Sebastian Bach (1908).



1931

Georges Simenon: Maigret und Pietr der Lette
(Roman, französisch)
Kommissar Maigrets erster Fall. Interpol sucht Pietr den Letten, der mit dem Nordexpress auf dem Weg nach Paris ist. Auf Gleis 11 wartet Kommissar Maigret. "Kriminalkomissar Maigret von der Ersten Mobilen Einsatztruppe hob den Kopf." Mit diesem Satz betritt der unvergessliche Komissar Maigret die Bühne der Weltliteratur. "Maigret und Pietr der Lette" ist der erste namentlich gezeichnete Maigret-Roman von Georges Simenon. Er entstand 1929 im Hafen von Delfzijl, Holland, an Bord seiner Yacht 'Ostrogoth'. Ein Muss für jeden Leser der Kommissar-Maigret-Romane.

1931

Kurt Tucholsky: Schloss Gripsholm
(Roman, deutsch)
Ein junges Liebespaar, Peter und Lydia, mietet sich für ihren Sommerurlaub im Seitenflügel des Schlosses Gripsholm in Schweden ein. Sie lassen die Seele baumeln, sind glücklich und albern, mit sich selbst beschäftigt, und amüsieren sich über spiessige Touristen. Zwischenzeitlich stellt sich Besuch ein, zunächst von Peters Freund Karlchen, dann von Lydias Freundin Billie, woraus sich eine Nacht zu dritt entwickelt. Nach Billies Abreise lernen Peter und Lydia auf einem Spaziergang die kleine, tief verstörte Ada kennen, die in einem nahegelegenen Kinderheim untergebracht ist. Ihr Leben ist weit von der Leichtigkeit und Freiheit des Liebespaars entfernt, die Unterdrückung des Mädchens durch eine grausame Direktorin konfrontiert das Paar mit einer dunkleren Seite des Lebens. Schloss Gripsholm ist nach wie vor einer der beliebtesten Texte Tucholskys und wurde mehrfach verfilmt. Trotz seiner Leichtigkeit, seinem Humor mit dem er die heiter-verliebte Stimmung eines Sommerurlaubs einfängt, ist Tucholskys Roman nicht ohne Anspielungen auf die Zeitumstände, denen das Paar letztlich nicht entfliehen kann.
Kurt Tucholsky (1890-1935), als Kind jüdischer Eltern in Berlin geboren, war einer der scharfsichtigsten Gesellschaftskritiker seiner Zeit. In der "Weltbühne" und der "Vossischen Zeitung", mit Liedern und Kabarettstücken trat er unermüdlich für einen pazifistischen Humanismus ein. 1935 nahm sich Tucholsky aus Verzweiflung über die Erfolge der Nationalsozialisten das Leben.

1932

Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun?
(Roman, deutsch)
Mit viel Wärme und Dramatik erzählt dieser Eheroman von einem kleinen Angestellten und seinem "Lämmchen", einer Frau von beherzter Lebenskraft, die im Kampf gegen eine unfriedliche Welt, Missgunst und wirtschaftliche Not ihr zärtlich-idyllisches Glück behaupten. Der erfolgreichste Roman des international bekannten Schriftstellers.

1932

William Faulkner: Licht im August
(Roman, englisch)
Die dichte und detailreiche Handlung weist drei miteinander verwobene Haupt-Handlungsstränge auf. Erzählt wird die Geschichte der schwangeren Lena Grove, einer naiv-vitalen jungen Frau, die sich aufgemacht hat, um den Vater ihres Kindes, Lucas Burch, aufzustöbern. In der Stadt Jefferson, in Faulkners fiktivem Yoknapatawpha-County, kreuzen Lenas Wege sodann die von Joe Christmas, einem neurotisch-getriebenen Wanderarbeiter, der nach einer Kindheit voller Unterdrückung und Gewalt weder innere Stabilität noch einen Platz im Leben finden kann. Sein letzter Versuch, die Liebschaft mit einer alternden Frau, endet in doppeltem Desaster - er ermordet sie im Affekt und wird nach einwöchiger Flucht gefangen, kastriert und gelyncht. Der ehemalige Geistliche Gail Hightower durchschaut das Gewebe aus religiösem und rassistischem Fanatismus, unterdrückter Sexualität und offener Gewalt, ist jedoch unfähig zu handeln, weil er in einer Welt der verklärten Erinnerung an die "glorreiche" Südstaaten-Vergangenheit lebt. Faulkner bezeugt in diesem grossen, dynamisch-tragischen Roman erneut seinen genialen Blick für die letzten Gründe und Abgründe menschlichen Seins. Dieser grosse Dichter leitet seine Gestalten von so tief innen her, wie es nur bei Dostojewski und Conrad der Fall ist.
Der Dichter wurde am 25. September 1897 in New Albany im Staate Mississippi geboren und gilt als einer der führenden Repräsentanten der modernen amerikanischen Literatur. 1950 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. William Faulkner starb am 6. Juli 1962 in Oxford, Mississippi.

1932

Aldous Huxley: Schöne neue Welt
(Roman, englisch)
Die "schöne neue Welt", die Huxley in diesem Roman beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft "im Jahre 632 nach Ford", einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen "formierten" Gesellschaft erscheint jede Art von Individualismus als "asozial", wird als "Wilder" betrachtet, wer - wie einer der rebellischen Aussenseiter dieses Romans - für sich fordert: "Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!"
Huxley schrieb dieses Buch Anfang der dreissiger Jahre. In seinem Essayband "Dreissig Jahre danach" (Brave New World Revisited) konnte er seine Anti-Utopien an der inzwischen veränderten Welt messen. Er kommt darin zu dem Schluss: sozialer und technischer Fortschritt und verfeinerte Methoden der psychologischen Manipulation lassen erwarten, dass diese grausige Voraussage sich in einem Bruchteil der veranschlagten Zeitspanne verwirklichen werde.

1933

Pearl S. Buck: Die gute Erde
(Roman, englisch)
China um die Jahrhundertwende: der erste Band der dreiteiligen Familiensaga, für den Pearl S. Buck den Nobelpreis erhielt. Chinas fulminanter Aufbruch im 21. Jahrhundert fordert geradezu zu historischen Erkundungen heraus. Pearl S. Bucks berühmter Roman gewinnt vor diesem Hintergrund eine neue Qualität, denn er führt uns zurück in das China des beginnenden 20. Jahrhunderts, in ein vorindustrielles Land. Erzählt wird die ergreifende Geschichte des armen Bauern Wang Lung, der sich mit Fleiss, Sparsamkeit und Verzicht grossen Reichtum erwirbt. Seine Frau O-lan, eine frühere Sklavin, steht ihm dabei treu zur Seite. Weder Hungersnöte noch Überschwemmungen können Wang entmutigen, auf seine "gute Erde" zu vertrauen. Doch die Freude über sein Glück wird ihm zusehends durch seine drei Söhne genommen, die keineswegs in seine Fussstapfen treten wollen.

1933

Heinrich Spoerl:  Die Feuerzangenbowle
(Roman, deutsch)
In geselliger Runde bei einer Feuerzangenbowle beschliesst der erfolgreiche Schriftsteller Dr. Hans Pfeiffer, entgangene Schulerlebnisse nachzuholen. Lavendelsalz und Zigarren, mondäne Freundin und Mercedes bleiben in Berlin zurück. Als Oberprimaner Pfeiffer nimmt er sich ein möbliertes Zimmer, geht ins Babenberger Gymnasium und wird zum Helden zahlreicher berühmter Lausbubenstreiche. Zum Schluss gewinnt er sogar die hinreissende Tochter des strengen Direktors zur Ehefrau. Treffend und augenzwinkernd skizziert Heinrich Spoerl die Schwächen der grossen und der kleinen Menschen und beweist: Wer lacht, der hast das Glück auf seiner Seite.

1933

Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh
(Roman, deutsch)
Der heilige Berg Moses, der 'Musa Dagh', ist der Schauplatz des verzweifelten Ringens der letzten fünftausend Armenier gegen die türkische Übermacht. Mit diesem modernen Epos vom Leiden und vom Kampf eines bedrängten Volkes, das sich gegen die totale Vernichtung zur Wehr setzt, hat Franz Werfel einen grossen, einen tief erregenden Roman geschrieben, der seinen Weltruhm begründete.
Franz Werfel, 1890 in Prag geboren, veröffentlichte schon 1908 erste Gedichte. In den 20er und 30er Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 wanderte er nach Frankreich aus, zwei Jahre später über Spanien in die USA, wo er 1945 im Alter von 55 Jahren in Beverly Hills, Kalifornien, starb.

1934

Agatha Christie: Mord im Orient-Express
(Detektivroman, englisch)
Zwölf Messerstiche im Orientexpress! Hercule Poirot wollte die Reise im weltberühmten Luxuszug geniessen. Doch dann wird einer seiner Mitreisenden ermordet - ein Toter und ein Zug voller Verdächtiger: unter ihnen eine steinreiche Kosmopolitin, deren Zofe und ein kaugummikauender, unmöglich gekleideter Amerikaner. Ein Fall wie geschaffen für den belgischen Meisterdetektiv. Seine Ermittlungen führen ihn weit in die Vergangenheit...
Agatha Christie wurde als Agatha Mary Clarissa Miller am 15. September 1890 in Torquay, Devon, als Tochter einer wohlhabenden Familie geboren. Im Lauf ihres Lebens schrieb die "Queen of Crime" 73 Kriminalromane, unzählige Kurzgeschichten, 20 Theaterstücke, 6 Liebesromane (unter dem Pseudonym "Mary Westmacott"), einen Gedichtband, einen autobiografischen Bericht über ihre archäologischen Expeditionen sowie ihre Autobiografie. Ihre Kriminalromane werden in über 100 Ländern verlegt, und Agatha Christie gilt als die erfolgreichste Schriftstellerin aller Zeiten. 1965 wurde sie für ihr schriftstellerisches Werk mit dem "Order of the British Empire" ausgezeichnet. Agatha Christie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.

1934

Arnold J. Toynbee: Der Gang der Weltgeschichte
(Sachbuch, englisch)
Zwischen 1934 und 1961 arbeitete Toynbee an seinem epochemachenden 12-bändigen Hauptwerk "Der Gang der Weltgeschichte", in dem er die Bedingungen von Entstehung, Aufstieg und Verfall von Kulturen (civilizations) umfassend analysierte. Dabei widmet er in Abkehr von einer eurozentristischen Geschichtsschreibung den aussereuropäischen Kulturen ebenso viel Aufmerksamkeit wie der europäischen. Das monumentale Werk begründete Toynbees Ruf als einer der letzten grossen Universalhistoriker in der Tradition Jacob Burckhardts und Oswald Spenglers. "Der Gang der Weltgeschichte" gehört zu den einflussreichsten Werken der Geschichtswissenschaft aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine von D.C. Somervell gekürzte und von Toynbee autorisierte Ausgabe in 2 Bänden.


1935-1939



1936

Friedrich Glauser: Matto regiert
(Roman, deutsch)
Die Heil- und Pflegeanstalt Randlingen im Kanton Bern in den Zwanzigerjahren: Der Direktor ist verschwunden, der Patient Pieterlen, ein Kindsmörder, ausgebrochen. Wachtmeister Studer blickt hinter die Kulissen psychiatrischer Theorien und Therapien. Er versucht nicht nur, einem Verbrecher auf die Spur zu kommen, sondern tritt auch eine Reise in die Grenzregionen von Vernunft und Irrationalität an, die keineswegs klar voneinander zu trennen sind. "Matto, der Geist des Wahnsinns, regiert überall und spinnt seine silbernen Fäden".
Friedrich Glauser (1896-1938) gilt als "Vater der deutschsprachigen Kriminalliteratur". Wachtmeister Studer ist seine populärste Figur.



1936

Margaret Mitchell: Vom Winde verweht
(Roman, englisch)
Keine andere Liebesgeschichte hat das Publikum auf der ganzen Welt so mitgerissen wie diese grosse Saga um die verwöhnte Scarlett O'Hara und ihren zynischen Verehrer Rhett Butler. Beide lieben sich, aber beide sind auch viel zu stolz und eigensinnig, um ihre Liebe zu leben. Mit einzigartiger Intensität zeichnet Margaret Mitchell nach, wie eine grosse Liebe zerbricht, und darüber hinaus gelingt es ihr eindrucksvoll, eine längst vergangene Epoche lebendig werden zu lassen.



1937

Tania Blixen: Afrika, dunkel lockende Welt
(Autobiographie, englisch)
Tania Blixen erzählt die ebenso spannende wie geistreiche Geschichte einer mutigen, beherzten Frau - teils Autobiographie, teils Fiktion. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs baut sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Kaffeefarm nahe Nairobi auf, zweitausend Meter über dem Meer, im "Lustgarten Afrika". In dieser unvergleichlichen Landschaft geht sie auf Jagd, schiesst Zebras und folgt den Nashörnern auf ihren Streifzügen durch die Savanne. Sie erlebt Dürren und die grosse Regenzeit, begeistert sich für das Leben der Kikuju und Massai und schwelgt in poetischen Reflexionen über eine Welt, die sie nie wieder loslassen wird.



1939

Raymond Chandler: Der grosse Schlaf
(Roman, englisch)
Zunächst scheint der Fall nicht übermässig kompliziert zu sein: General Sternwood engagiert den Privatdetektiv Philip Marlowe, weil er erpresst wird. Ein Buchhändler Namens Geiger nutzt angeblich eine Affäre mit seiner Tochter Carmen, um ihn unter Druck zu setzten. In Geigers Haus geschieht ein Mord. Im Folgenden entspinnt sich eine rasante Detektivgeschichte mit überraschenden Wendungen, in der allein Marlowe den Überblick zu bewahren scheint.
Raymond Chandlers Erfolgsroman gilt als früher Meilenstein im Genre der "hardboiled American fiction", einem Krimigenre, das mit realistischer Schilderung und hartgesottenen Detektiven, die stets an der Grenze der Legalität operieren, einen neuen Ton in die Kriminalliteratur einführte. der Roman wurde zweimal verfilmt, 1946 mit Humphrey Bogart und 1978 mit Robert Mitchum in der Hauptrolle.

1939

John Steinbeck: Früchte des Zorns
(Roman, englisch)
"Früchte des Zorns" legte den Grundstein zu John Steinbecks literarischem Ruhm; ein Jahr nach Erscheinen des Romans erhielt er den Pulitzer-Preis. Aufgrund seiner harten Kritik an der herrschenden Gesellschaftsordnung löste das Buch jedoch auch heftige Kontroversen aus und wurde zeitweilig sogar verboten. Der Autor schildert naturverbundene, einfache Menschen. Im Mittelpunkt steht die Mutter, die in Not und Verzweiflung der Familie immer wieder neue Kraft zu geben vermag. Steinbeck schreibt mit grosser Menschlichkeit und sprachlicher Kraft vom Leben.
John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.

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