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1970-1974



1970

Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses
(Sachbuch, englisch)
Das Vordringen von Siedlern und Abenteurern in den Wilden Westen brachte den amerikanischen Ureinwohnern Vertreibung, Hunger, Tod und Ausrottung. In kraftvoller Prosa erzählt Dee Brown die Geschichte des amerikanischen Westens neu und entlarvt dabei viele Legenden als Lüge. Er lässt die Indianer und ihre grossen Häuptlinge zu Wort kommen und setzt ihnen in diesem aufsehenerregenden Werk ein unvergleichliches Denkmal.



1970

Kate Millett: Sexus und Herrschaft
(Sachbuch, englisch)
Das nach seinem Erscheinen meistdiskutierte Buch der USA und Englands, das sich viele Wochen auf den Bestsellerlisten der englisch sprechenden Länder behauptete. Die Beziehung zwischen den Geschlechtern war seit je und ist immer noch ein ständiger Machtkampf, in dem die Frauen manchmal vergöttert, manchmal belächelt, manchmal mit sarkastischer Herablassung behandelt,  in jedem Fall aber ausgebeutet werden. Zu diesem Urteil gelang die die radikale Frauenrechtlerin Kate Millett in dieser ebenso unterhaltsamen wie schockierenden Untersuchung über die "willkürlichste Verrücktheit" der menschlichen Gesellschaft.



1971

Heinrich Böll: Gruppenbild mit Dame
(Roman, deutsch)
Leni Pfeiffer, Jahrgang 1922, lernt während des Krieges den sowjetischen Kriegsgefangenen Boris kennen und lieben, besorgt ihm einen deutschen Pass und muss erfahren, dass er in einem Lager der Amerikaner umkommt. Inzwischen ist sie achtundvierzig, und ihr gemeinsamer Sohn sitzt im Gefängnis, weil er auf seine Weise ein an der Mutter begangenes Unrecht korrigieren wollte ... Ein ironisch als "Verf." eingeführter Autor rekonstruiert aus hinterlassenen Zeugnissen, aus Gesprächen und Erinnerungen das Leben dieser Frau. Heinrich Böll ist mit diesem inzwischen zum Klassiker gewordenen Roman ein gestalten- und episodenreiches Panorama der deutschen Vor- und Nachkriegsgeschichte gelungen.
Heinrich Böll, am 21. Dezember 1917 in Köln geboren, war nach dem Abitur Lehrling im Buchhandel. Danach Studium der Germanistik. Im Krieg sechs Jahre Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und war auch als Übersetzer aus dem Englischen tätig. 1972 erhielt Böll den Nobelpreis für Literatur. Er starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.




1972

Club of Rome: Die Grenzen des Wachstums
(Sachbuch, englisch)
Ein auf Initative und mit Unterstützung des Club of Rome ausgearbeiteter Bericht, der in allgemeinverständlicher Form die Ergebnisse der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) durchgeführten und von der Stiftung Volkswagenwerk geförderten Forschungsarbeiten wiedergibt. Der Club of Rome, ein informeller Zusammenschluss von etwa 75 Mitgliedern (Wissenschaftler der verschiedensten Provinienz, Industrielle, Wirtschaftler, Humanisten) aus über 25 Staaten der Erde. Er wurde 1968 in der Accademia dei Lincei in Rom gegründet, um die Ursachen und inneren Zusammenhänge der sich immer stärker abzeichnenden kritischen Menschheitsprobleme zu ergründen.



1973

Lothar-Günther Buchheim: Das Boot
(Roman, deutsch)
Jedes Wort dieses Buches ist wahr. Lothar-Günther Buchheim war im Zweiten Weltkrieg Marinekriegsberichterstatter. Als ein Mann, der sich zur Zeugenschaft aufgerufen fühlt, weil er extreme Situationen erlebte und überlebte, geht es ihm um die genaue Wiedergabe der Ereignisse, um die Beschwörung der Wochen und Monate quälender Gefangenschaft in der Enge des Boots, um die Stunden der Angst und die dramatischen Augenblicke des Kampfes.

1973

Stephen King: Carrie
(Roman, englisch)
Als Dreijährige lässt sie einen Steinregen auf ihr Elternhaus niederregnen, weil ihre Mutter ihr in einem Anfall religiösem Wahns nach dem Leben trachtet. Als Sechzehnjährige muss sie einen Augenblick tiefster Demütigung erleben. Schon immer von ihren Mitschülern wegen ihrer scheuen zurückhaltenden Art gehänselt, wird sie auf dem Abschlussball der Schule das Opfer eines bösen Streichs. Schmerz, Enttäuschung, Wut treiben Carrie zum Äußersten, die beseelt und besessen ist von einer unheimlichen Gabe: Mit schierer Kraft ihres Willens entfesselt sie ein Inferno, gegen das die Hölle ein lieblicher Garten Eden ist.

1973

Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.
(Roman, deutsch)
In einer Ostberliner Gartenlaube liest der junge Edgar W. mit wachsender Begeisterung Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther". Prompt verliebt er sich in eine Frau, die eigentlich schon vergeben ist. "Eines jener Bücher, die wichtige literarische Dokumente ihrer Zeit sind, weil sie zum erstenmal etwas artikulieren..., was vorher überhaupt nicht oder nicht so deutlich sichtbar war." (Marcel Reich-Ranicki)
Ulrich Plenzdorf wurde 1934 in Berlin geboren. In Leipzig studierte er Philosophie, später absolvierte er die Filmhochschule und arbeitete danach als Szenarist im DEFA-Studio. Er ist einer der vielseitigsten Autoren der Gegenwart. Er schreibt Prosa, Gedichte und Songs, Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke, die nicht nur in seiner Heimat, der früheren DDR, gespielt worden sind, sondern auch international starke Beachtung gefunden haben.

1974

Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
(Erzählung, deutsch)
Heinrich Bölls Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann" zeigt, wie eine junge Frau durch Zufall zum Mittelpunkt der Sensationsmache einer Boulevardzeitung wird. Die Moritat von der verlorenen Frauenehre wird aktuell und emanzipatorisch gewendet: Katharina Blum setzt sich zur Wehr gegen ihre Verletzung durch die korrupte öffentliche Meinungsmache. Die Geschichte, die zugleich ein kleines Gesellschaftspanorama ist, sorgte bei ihrem Erscheinen 1974 für eine Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus.

1974

Charles Bukowski: Der Mann mit der Ledertasche
(Roman, englisch)
Der Klassiker der Untergrundliteratur, 1971 erschienen, hat nichts von seiner rauen Wirkung eingebüsst. "Das gesamte Personal der Post muss in seiner völligen Hingabe an das Interesse der Öffentlichkeit immer standhaft und rechtschaffen bleiben. Vom Personal der Post wird erwartet, dass es nach den höchsten sittlichen Grundsätzen handelt, die Gesetze der Vereinigten Staaten achtet und sich im Übrigen an die Vorschriften und Richtlinien der Postverwaltung hält." Der Briefträger Henry Chinaski alias Charles Bukowski bleibt unsittlich: Er legt sich mit seinem Vorgesetzten an, säuft, wettet und versucht erfolglos, eine dauerhafte sexuelle Beziehung aufzubauen. Schliesslich quittiert er den Dienst, um einen Roman zu schreiben.


1975-1979



1975

Alice Schwarzer: Der kleine Unterschied und seine grossen Folgen
(Sachbuch, deutsch)
Frauen sprechen über sich in diesem "Klassiker" und internationalen Bestseller. Karrierefrauen, Hausfrauen, Studentinnen, Prostituierte. Was sie sagen, bricht Tabus und entlarvt den Mythos von der "befreiten Sexualität". Bei Veröffentlichung dieses Buches lösten die Theorien Alice Schwarzers einen ungeheuren Skandal und nicht endende Debatten aus, die bis heute nachwirken. Der Longseller wird inzwischen in der dritten Generation gelesen.
Alice Schwarzer, geboren 1942, Journalistin und Essayistin, seit 1977 Herausgeberin und Verlegerin der Zeischrift "Emma". Mitglied des PEN-Clubs. Seit 1971 zahlreiche Buchveröffentlichungen.



1976

Erich Fromm: Haben oder Sein
(Sachbuch, englisch)
Das berühmteste Werk Erich Fromms neben der "Kunst des Liebens". Ein prägnantes Resümée der Thesen früherer Werke: Dabei steht das Haben für eine entfremdete Existenz, orientiert am Leistungs- und Besitzdenken westlicher Zivilisationen, das Sein für ein erfülltes, nicht entfremdetes Leben, für die Hinwendung zur eigentlichen Bestimmung des Menschlichen.



1976

Alex Haley: Wurzeln
(Roman, englisch)
1767 verschleppen Sklavenhändler den 17-jährigen Kunta Kinte aus dem westafrikanischen Dorf Juffure (Gambia). Er überlebt die Qualen der "Middle Passage" und wird auf eine Plantage in Virginia verkauft. Nachdem ihm ein Fuss amputiert worden ist, um ihn von Fluchtversuchen abzuschrecken, heiratet er die Sklavin Bell. Seine Kinder und Kindeskinder, deren Schicksal der Roman über sieben Generationen bis zu Haleys Kindheit aufarbeitet, bewahren die Erinnerungen an "den Afrikaner" als Teil ihrer Identität.



1976

Shere Hite: Hite-Report - Das sexuelle Erleben der Frau
(Sachbuch, englisch)
Ihre aufsehenerregenden Reports [weitere: Hite-Report: das sexuelle Erleben des Mannes (1981); Frauen und Liebe: der neue Hite-Report (1987); Hite-Report: Erotik und Sexualität in der Familie (1994)] über menschliche Sexualität und die Beziehungen der Geschlechter wurden in 30 Sprachen veröffentlicht, weltweit diskutiert und haben Shere Hite weltberühmt gemacht. Die Sexualität von Frauen untersuchte sie aus feministischer Sicht und kam zu Resultaten, die den gängigen Moralvorstellungen und Eheidealen teilweise widersprachen. Vor allem konservative Kreise in den USA protestierten gegen diese aus ihrer Sicht provozierenden Studien. Hite sah sich zum Teil harschen Beschimpfungen, körperlichen Angriffen und sogar Morddrohungen ausgesetzt. Allerdings übten auch anerkannte Soziologen und seriöse Medien sachliche Kritik an den Reports. Vor allem warf man Hite Einseitigkeit ihrer Datenerhebung und unzureichende statistische Breite vor.
Shere Hite, 1943 in Montana (USA) geboren, hat an der Columbia University Soziologie und Geschichte studiert und promoviert. Von 1985 - 1999 war sie mit einem deutschen Konzertpianisten verheiratet. 1995 legte sie aus Frustration über die heftigen Anfeindungen aus ihrem Heimatland die US-Staatsbürgerschaft ab und nahm 1996 die deutsche Staatsangehörigkeit an. Sie lebt derzeit in London.



1976

Elsa Morante: La Storia
(Roman, italienisch)
In Rom erlebt die verwitwete Lehrerin Ida mit ihren beiden Söhnen den Faschismus, die Verfolgung der Juden, den Krieg und die Nachkriegszeit. Nino, der Ältere, entwickelt sich vom halbwüchsigen Gauner zum Partisanen. Und Giuseppe, der zweitgeborene Sohn, ist auch kein gewöhnliches Kind ... Elsa Morante entwirft ein dichtes Fresko der Stadt Rom und ihrer Menschen, der Kleinbürger, Partisanen und Anarchisten. "La Storia" ist der aufwühlendste, humanste und vielleicht wirklich der grösste italienische Roman unserer Zeit". (Die Welt)

1978

Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
(Sachbuch, deutsch)
Mit zwölf kam Christiane F. in einem evangelischen Jugendheim zum Haschisch, mit dreizehn in einer Diskothek zum Heroin. Sie wurde süchtig, ging vormittags zur Schule und nachmittags mit ihren ebenfalls heroinabhängigen Freunden auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo.
Christiane F. berichtet mit minuziösem Erinnerungsvermögen und rückhaltloser Offenheit über die Schicksale von Kindern, die von der Öffentlichkeit erst als Drogentote zur Kenntnis genommen werden. Das Buch, das in den 70er Jahren Deutschland erschütterte.

1978

Ken Follett: Die Nadel
(Agentenroman, englisch)
Ken Folletts genialer Thriller - als Buch und Film bereits ein Welterfolg. April 1944. Vor der schottischen Küste wartet ein deutsches U-Boot auf einen Spion. Man nennt ihn "Die Nadel" . Er hat bereits viermal getötet. Zwischen ihm und seinem Erfolg steht nur noch Rose, eine junge Engländerin. Doch wie soll eine junge Frau, hin- und hergerissen zwischen Pflicht und lang verdrängter Leidenschaft, einem Mann widerstehen, der zu allem bereit ist, um sein Ziel zu erreichen?

1978

John Irving: Garp und wie er die Welt sah
(Roman, englisch)
"Ich wurde geboren mit einem sonnigen Gemüt und der Gewissheit, dass die Welt verrückt ist." Die Welt des Schriftstellers Garp ist bevölkert von Lehrern und Huren, Spiessern und Randexistenzen, Verlagslektoren und Mördern, Transsexuellen und Sittenstrolchen, Männern, Frauen und Kindern - grotesk, brutal, banal, perfide. Ein Pandämonium: unsere Welt. Diese Geschichte ist so absurd, so komisch, so tränenreibend, so kühl und sachlich, so wirklich und genau, dass man das Buch nicht mehr los wird.
Mit seinem vierten Roman "Garp" wurde John Irving über Nacht bekannt - in den USA brach die "Garpomanie" aus. Stilistische Virtuosität, groteske Eskapaden und die für Irving typische Mischung aus Realismus und Absurdität machen den einzigartigen Charakter dieses Buches aus.

1979

Michael Ende: Die unendliche Geschichte
(Roman, deutsch)
Bastian Balthasar Bux gerät in einem Antiquariat an ein Buch, das ihn auf magische Weise anzieht: "Die unendliche Geschichte". Er stiehlt es und liest auf dem Schulspeicher vom grenzenlosen Reich Phantásien, in dem sich auf unheimliche Weise das Nichts immer weiter ausbreitet. Ursache dafür ist die Krankheit der "Kindlichen Kaiserin", die einen neuen Namen braucht, um gesund zu werden. Den kann ihr aber nur ein Menschenkind geben. Bald merkt Bastian, dass er mehr und mehr in die Handlung um den jungen Krieger Atréju und dessen Aufgabe, ein solches Menschenkind zu finden, hineingerät. Sollte er selbst jenes Menschenkind sein?
Für "Die unendliche Geschichte" erhielt Michael Ende zahlreiche deutsche und internationale Literaturpreise. Das Buch wurde von Wolfgang Petersen verfilmt, in mehr als 35 Sprachen übersetzt und hat eine Gesamtauflage von annähernd acht Millionen Exemplaren.



1979

Oriana Fallaci: Ein Mann
(Roman, italienisch)
Die international berühmte und von manchen Mächtigen gefürchtete italienische Journalistin Fallaci beschreibt in diesem halbdokumentarischen Roman ihre Liebesgeschichte mit dem griechischen Widerstandskämpfer Alekos Panagoulis, der nach dem Ende der Obristen-Diktatur unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Der Roman über "die Einsamkeit des Individuums, das ablehnt, katalogisiert, schematisiert, von der herrschenden Mode, der Ideologie, der Gesellschaft, der Macht in bestimmte Schablonen gezwängt zu werden" (Fallaci), ist seit Erscheinen der Erstausgabe weltweit ein Bestseller.
Oriana Fallaci, 1929 in Florenz geboren, gehört zu den eigenwilligsten und profiliertesten Journalistinnen Europas. Durch ihre Porträts der Mächtigen dieser Welt ist sie selbst weltberühmt geworden.

1979

Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher, Bach -  ein endloses geflochtenes Band
(Sachbuch, englisch)
"Gödel, Escher, Bach" ist vielleicht das ungewöhnlichste Buch des letzten Quartals des 20. Jahrhunderts. Wie oft geschieht es, dass ein bis dato völlig unbekannter Autor in monomanischer Obsession ein paar hundert Seiten schreibt und damit die geistige Welt revolutioniert? Ein Buch, das über Nacht zum Kultbuch und Bestseller wird und sein Autor zum Mythos? Schon die Verknüpfung von Bachschen Kompositionen, den Bildern Eschers und dem berüchtigten Unvollständigkeitssatz des österreichischen Mathematikers Kurt Gödel, ist ungewöhnlich genug. Treten dann auch noch Achilles und eine Schildkröte auf den Plan, via Lewis Carroll einer alten griechischen Paradoxie entlehnt ..., dann wissen wir, dass wir ein rätselhaftes Jahrhundertbuch in Händen halten, das sich letztlich um eine Frage dreht, die sich in Hunderte verzweigt: Wie können selbstbewusste beseelte Wesen aus einer unbewussten, unbeseelten Materie entstehen? Und allmählich wird klar, dass hier in der Tat etwas höchst Ungewöhnliches vorliegt: das intelligente, brillante Sachbuch eines ernstzunehmenden Computer-Wissenschaftlers und zugleich ein auf vordergründiger wie auf kryptischer Ebene subtil und witzig gestaltetes Kunstwerk. Eines der verblüffendsten und erhellendsten Bücher, das je geschrieben wurde.

1979

Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld
(Sachbuch, deutsch)
Was hat sich wirklich ereignet in Indochina, seit die Franzosen 1945 dorthin zurückkehrten, um eine Ordnung wiederherzustellen, die nur noch zu liquidieren war? Seit Scholl-Latour 1945 an Bord eines französischen Truppentransporters zum ersten Mal dorthin reiste, hat er die Stationen einer nicht endenden Tragödie miterlebt, einer Tragödie, in der die Illusionen der Freiheit zerbrachen, weil jede Macht, jede Gruppe, weil Franzosen, Amerikaner, Vietnamesen und Rote Khmer ihre eigene Freiheit den anderen aufzuzwingen suchten. Die Erlebnisse, Beobachtungen, Erfahrungen jener Jahre haben sich in diesem Buch zu eindrucksvollen Bildern verdichtet.

1979

Erich Segal: Love Story
(Roman, englisch)
Oliver und Jenny lernen sich an der Universität kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, sie heiraten, träumen vom grossen Glück und machen Pläne für die Zukunft. Doch das Schicksal will es anders... Erich Segals "Love Story" ist einer der ganz grossen Erfolgsromane: ein Buch voller Gefühl, Zärtlichkeit und Tragik. Die "Love Story" eroberte die Herzen von Lesern und Kinobesuchern weltweit im Sturm!
Erich Segal, Jahrgang 1937, wurde in Brooklyn geboren und studierte klassische Sprachen und Literatur an der Harvard-Universität, wo er später als Professor lehrte. Er ist heute Dozent am Wolfson College in Oxford.


1980-1984

1980

Umberto Eco: Der Name der Rose
(Roman, italienisch)
Ein Mord erschüttert die Gemäuer des altehrwürdigen, weitberühmten Benediktinerklosters. Bruder William aus dem fernen Baskerville wird vom Abt mit der diskreten Klärung des Verbrechens beauftragt. Doch kaum, dass William in den Katakomben ermittelt, findet man den zweiten toten Mönch...
Umberto Eco, weltweit gefeierter Bestsellerautor, gelang mit "Der Name der Rose" ein Meisterstück: Ein pochender Thriller aus dem 14. Jahrhundert.



1982

Fritjof Capra: Wendezeit
(Sachbuch, englisch)
"Weiterleben kann die Menschheit nur, wenn Sie von Grund auf anders denken lernt. An die Stelle von quantitativem Messen muss qualitatives Werten treten - eine ganzheitliche, ökologische Anschauungsweise, die unser bankrottes mechanistisches Weltbild ablöst. Denn unsere Welt ist mehr als die Summe ihrer Teile."
Fritjof Capra, Physikprofessor, Philosoph und eindringlicher Aufklärer auf dem Weg nach innen, weist uns einen Weg, wie die Bruchstücke unseres zertrümmerten Weltbildes wieder zu einer Einheit zusammenzufügen und in einer neuen, angemessenen Rationalität zu begreifen sind.
Fritjof Capra wurde 1939 in Wien geboren und promovierte dort 1966 in Atomphysik. Neben seinen physikalischen Forschungen beschäftigt er sich auch mit dem Verhältnis zwischen moderner Physik und Philosophie bzw. östlichen Weisheitslehren.

1983

Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein
(Sachbuch, deutsch)
Der Psychotherapeut Paul Watzlawick hat mit seiner "Anleitung zum Unglücklichsein" einen Millionenbestseller geschrieben. Man kann das Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen. Jeder Leser dürfte etwas von sich selbst darin wiederfinden - vor allem seine eigene Art und Weise, sich den Alltag unerträglich und das Triviale enorm zu machen. Nach der Lektüre werden die Leser endlich begreifen, warum sie auf der Bank oder am Flughafen immer in der falschen Schlange stehen - und das eigentlich auch schon vorher wissen.

1983

Christa Wolf: Kassandra
(Roman, deutsch)
Kassandra, die "Seherin", die schillerndste Frauenfigur der griechischen Mythologie - Christa Wolf hat sie auf faszinierende Weise zu einer Zeitgenossin werden lassen: eine am Ende gescheiterte Heldin, die sich gegen die Gewalt der Diktatur und gegen die Macht der Männer auflehnt, nur ihrer eigenen Überzeugung verpflichtet.
Christa Wolf zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart; ihr umfangreiches erzählerisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Sie ist verheiratet mit Gerhard Wolf, hat zwei Töchter und lebt in Berlin.

1984

Isabel Allende: Das Geisterhaus
(Roman, spanisch)
Eine Familiensage des 20. Jahrhunderts, in der die wechselhafte Geschichte des chilenischen Patriarchen Esteban Trueba und der Frauen seines Hauses erzählt wird. Der Erfolg dieses Buches ist dem hinreissenden Erzähltemperament Isabel Allendes zu verdanken: Souverän, mit Phantasie und Witz, mit Zärtlichkeit und Ironie malt die Autorin das grosse, bunte Tableau einer Familie über vier Generationen hinweg.

1984

Marguerite Duras: Der Liebhaber
(Roman, französisch)
Saigon in den 20er Jahren: Am Ende der Schulferien kehrt das junge Mädchen, sie ist noch nicht sechzehn, aus ihrem Dorf in Indochina nach Saigon zurück, wo sie ein Gymnasium besucht und in einem Pensionat wohnt. Auf der Fähre über den Mekong begegnet die junge Weisse mit dem Männerhut zum ersten Mal dem doppelt so alten und wohlhabenden Chinesen. Obwohl die Beziehung gesellschaftlich nicht tragbar ist, entwickelt sich eine leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden. Das Mädchen sieht sich konfrontiert mit dem eigenen Begehren, aber auch mit sozialen Schranken und der wachsenden Scham ihres Liebhabers.
Marguerite Duras, die 1914 in Giadinh/Indochina geboren wurde und später in Frankreich lebte, starb 1996 in Paris. Sie ist eine der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerinen Frankreichs und sowohl durch ihre Romane als auch durch ihre Dramen, Hörspiele und Filme in Deutschland bekannt geworden. "Der Liebhaber" ist ihr erfolgreichstes Buch: Prix Goncourt und über eine Million verkaufte Exemplare der Originalausgabe.

1984

Lee Iacocca: Eine amerikanische Karriere
(Autobiographie, englisch)
Die Autobiographie des wohl bekanntesten und populärsten amerikanischen Automobilmanagers, des Mannes, der von Henry Ford gefeuert wurde und dann anschliessen den konkursreifen Chrysler-Konzern wieder in die Gewinnzone brachte, und sogar als US-Präsidentschaftskandidat im Gespräch war. Mit zwei Millionen verkauften Exemplaren, zwei Monate nach Erscheinen, der US-Bestseller des Jahres 1984.

1984

Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
(Roman, tschechisch)
Ein erfolgsverwöhnter Arzt und Frauenheld trifft ein unbedarftes Mädchen aus der Provinz - so begegnen sich Tomas und Teresa 1968 in Prag. Er lebt seine amourösen Abenteuer, sie aber sucht bei ihm die eine grosse und dauerhafte Liebe und reagiert verletzt und eifersüchtig. Dennoch werden sie ein Paar. Doch mit dem Ende des Prager Frühlings verändert sich ihr Leben dramatisch...
Mit Tomas und Teresa hat Kundera eines der glaubhaftesten Liebespaare der modernen Literatur geschaffen. An ihnen und ihrem Schicksal werden die Ungereimtheiten Europas blossgestellt; an ihnen messen sich die Begriffe 'Exil' und 'Freiheit' und was Ideologie für den einzelnen bedeutet. Dem Roman, mit dem Kundera international berühmt wurde, folgte eine vielbeachtete Verfilmung.

1984

Barbara Tuchmann: Die Torheit der Regierenden
(Sachbuch, englisch)
In diesem Buch untersucht Barbara Tuchmann die vielleicht faszinierendste Paradoxie der Geschichte: die Verwirklichung einer Politik, die dem Eigeninteresse der Regierenden entgegensteht. Sie erläutert dies anhand von vier bedeutenden historischen Ereignissen: Toja, die Reformation, die amerikanische Unabhängigkeit und Vietnam.
Barbara Tuchmann (1912-1989) ist die meistgelesene Historikerin der Gegenwart genannt worden, die in Geschichtsschreibung dann einen Sinn sieht, wenn man sie auf die Gegenwart bezieht. Sie arbeitete nach dem Studium als Journalistin, entdeckte ihre Begabung für Hisotriographie und verfasste einschlägige Bücher, von denen zwei mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurden. Sie erhielt zahlreiche akademische Ehrungen, darunter ein Doktorat der Harvard University.


1985-1989



1985

Margaret Atwood: Der Report der Magd
(Roman, englisch)
Eine Gesellschaft in einer Zukunft, in der Frauen keine Rechte haben und das Lesen verboten ist. Eine "Magd", die über die Gefühle zu ihrem "Herrn" zur Hoffnungsträgerin wird. Ein Klassiker der utopischen Literatur. In ihrem Weltbestseller entwirft Margaret Atwood die Vision einer Zukunft, die schon längst begonnen hat.
Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, Kanada, gilt als die bedeutendste Autorin Kanadas und feiert mit ihrem belletristischen Werk auch über die Grenzen ihres Landes hinaus grosse Erfolge.


1985

Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode
(Sachbuch, englisch)
Neil Postman kritisiert die allmähliche Zerrüttung der Kulturtätigkeiten durch den gewerbsmässigen Illusionismus, das totale Entertainment. Postmans These lautet, dass die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfahrungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja, was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen die Menschen sich daran, statt der Welt ausschliesslich Bilder von ihr ernst zu nehmen. An die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmissverständliche Bedrohung: Er macht unmündig oder hält in der Unmündigkeit fest. Und er tastet das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an. Wir amüsieren uns zu Tode.
Neil Postman, geboren 1931, ist Professor für Media Ecology an der New York University. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zu Fragen der Erziehung.



1985

Patrick Süskind: Das Parfum
(Roman, deutsch)
Jean-Baptiste Grenouille, der finstere Held, wird am 17. Juli 1738 in Paris, in einer stinkigen Fischbude geboren. Die Ammen, denen das Kerlchen an die Brust gelegt wird, halten es nur ein paar Tage mit ihm aus: Er sei zu gierig, ausserdem vom Teufel besessen, wofür es untrügliche Indizien gebe: der fehlende Duft, der unverwechselbare Geruch, den Säuglinge auszuströmen pflegen. Eine wundersame Eigenschaft, zu der sich alsbald andere dazugesellen...
Das Buch, ein in 40 Sprachen übersetzter Welterfolg, wurde 2006 unter dem gleichen Titel verfilmt.




1985

Günter Wallraff: Ganz unten
(Reportage, deutsch)
Günter Wallraffs Erfahrungsbericht als Türke Ali, wurde mit einer deutschsprachigen Auflage von inzwischen über drei Millionen und Übersetzungen in mehr als 30 Ländern weltweit einer der sensationellsten Bucherfolge. Ungewöhnlich ist jedoch nicht nur die Verbreitung dieses Buchs, sondern auch seine verändernde Kraft, seine direkte menschliche, gesellschaftspolitische und politische Wirkung.
Günter Wallraff, geboren 1942, zuerst Buchhändler, dann Journalist und Schriftsteller.



1987

Bruce Chatwin: Traumpfade
(Roman, englisch)
Traumpfade - das sind die unsichtbaren labyrinthischen Wege, die den australischen Kontinent duchziehen und entlang derer, so will es der Schöpfungsmythos der Ureinwohner, die Ahnen wanderten und mit ihren Liedern die Welt erschlossen. Chatwin geht diesen Fussspuren in seinem faszinierenden Buch nach, das, Roman und Reisebericht zugleich, ein Glücksfall der zeitgenössischen Literatur ist.
Bruce Chatwin, 1940 in Sheffield geboren, arbeitete als Journalist bei der SundayTimes , dann als Leiter der Abteilung für Impressionismus bei Sotheby's. Ausgedehnte Reisen seit 1962 führten ihn nach Afghanistan, in die Sowjetunion, nach Osteuropa, Westafrika, Lateinamerika und Australien. Chatwin starb 1989 in Nizza.

1987

Paulo Coelho: Der Alchimist
(Roman, brasilianisch)
Der andalusische Hirtenjunge Santiago folgt mutig seinem Traum von einem Schatz an den Pyramiden und begibt sich auf eine gefährliche Reise in die Welt hinaus. Er erlebt Abenteuer, besteht Prüfungen und trifft die Frau seines Lebens. Einfache Wahrheiten und Lehren christlichen und muslimischen Ursprungs werden dem Helden von Bekanntschaften auf der Reise mitgegeben. Zum wichtigsten Lehrer wird der Alchimist, der ihm deutlich macht, dass der Weg auch immer das Ziel sei. Die einfache, märchenhafte Fabel von der gefährlichen Reise, die zugleich eine Reise zu sich selbst ist, verkündet die Botschaft, dass jeder seinen Träumen treu bleiben und sie leben soll. Nur so könne das tiefste innere Glück im Einklang mit der Welt - der Weltenseele - erreicht werden.
Coelhos Leben liest sich wie einer seiner Romane: Dreimalige (von den Eltern veranlasste) Zwangseinweisung in die Psychiatrie - Erfolgreicher Pop-Poet libertärer Songtexte - Dreimalige Verhaftung und Folterung durch die Militärjunta - Experimente mit verschiedensten Weltanschauungen von Hare Krishna bis Schwarzer Magie - Entlassung wegen Ineffektivität aus der Direktion von Polygram, Brasilien - Mit 34 Jahren: finanzielle Unabhängigkeit, Weltreise - Wanderung auf dem mittelalterlichen Pilgerpfad nach Santiago de Compostela: die spirituelle Erfahrung geht ein in die ersten Bücher "Auf dem Jakobsweg" (1987) und "Der Alchimist" (1988) - Der Rest ist Legende.

1987

Toni Morrison: Menschenkind
(Roman, englisch)
1885, zwanzig Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Sethe hat den Tod ihrer kleinen Tochter nie überwunden. Deren Geist treibt nun, achtzehn Jahre später, in ihrem Haus sein Unwesen. Als Paul, ein alter Leidensgenosse von der "Sweet Home"-Plantage, Sethe besucht, ruft er dunkle Erinnerungen wach - aber er weckt auch Hoffnung auf einen Neuanfang.
"Menschenkind" ist ein Werk von der mythischen Kraft antiker Tragödien und wurzelt doch tief in der Geschichte. Toni Morrison wurde für dieses Buch 1988 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.


1987

Tom Wolfe: Fegefeuer der Eitelkeiten
(Roman, englisch)
Sherman McCoy, erfolgreicher Wall-Street-Broker mit Wohnsitz in der Park Avenue, findet sich plötzlich vor Gericht wieder: Unfallflucht. eigentlich eine Bagatelle, doch Staatsanwälte, Priester und Boulevardblätter verschwören sich gegen ihn. Schliesslich grassieren über ihn so viele spannende Gerüchte, dass die Wahrheit niemanden mehr interessiert.
Tom Wolfe, geboren 1931 in Richmond, Virginia, gehörte in den sechziger Jahren zusammen mit Truman Capote, Norman Mailer und Gay Talese zu den Begründern des "New Journalism", einer Synthese aus Journalismus und Literatur. Der vielfach preisgekrönte Autor legte mit "Fegefeuer der Eitelkeiten" seinen ersten Roman vor, der auf Anhieb ein Weltbestseller wurde.

1988

Christoph Ransmayr: Die letzte Welt
(Roman, deutsch)
Als Christoph Ransmayrs Roman "Die letzte Welt" 1988 erschien, wurde er von der Kritik gefeiert wie kaum ein anderer - wegen seiner poetischen, rhythmischen Sprache, wegen seiner stilistischen Eleganz, aber auch wegen seiner bildmächtigen Traum- und Alptraumwelten. In diesem Roman ist die Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. der historisch fixierte Ausgangspunkt einer phantasievollen Fiktion. Der Römer Cotta, macht sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche nach dem Verbannten und dessen legendären Hauptwerk, den "Metamorphosen", denn in Rom geht das Gerücht von seinem Tod. Cotta trifft in Tomi jedoch nur auf Spuren seines Freundes, Ovid selbst begegnet er nicht. Er findet dessen verfallenes Haus im Gebirge, den greisen Diener Pythagoras und, je komplizierter und aussichtsloser sich die Suche gestaltet, immer rätselhaftere Zeichen der Metamorphosen - in Bildern, Figuren, wunderbaren Begebenheiten. Bis sich zuletzt Cotta selbst in der geheimnisvoll unwirklichen Welt der Verwandlungen zu verlieren scheint: die Auflösung dieser "letzten Welt" ist wieder zu Literatur geworden.
Christoph Ransmayr geboren 1954 in Wels/Oberösterreich, studierte in Wien und ist seit 1982 freier Schriftsteller. Zur Zeit lebt er in Dublin.

1988

Salman Rushdie: Die Satanischen Verse
(Roman, englisch)
Die beiden indischen Schauspieler Gibril Farishta und Saladin Chamcha sind die einzigen Überlebenden eines Flugzeugunglücks. Doch danach sind sie nicht mehr dieselben. Während Chamcha, der immer ein perfekter Engländer sein wollte, die körperlichen Merkmale des Teufels entwickelt, hat Farishta auf einmal verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Erzengel Gabriel. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Romans verhängte der iranische Revolutionsführer Khomeini eine Fatwa über Rushdie.
Salman Rushdie, 1947 in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte. Seine Bücher erhielten renomierte internationale Auszeichnungen, u.a. den Booker Prize, und wurden in über zwei Dutzend Sprachen übersetzt. 1996 wurde ihm der Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Gesamtwerk zuerkannt.
Nach mehr als zehn Jahren mit unbekanntem Aufenthalt in England lebt Rushdie heute in New York.


1990-1994

1991

Jung Chang: Wilde Schwäne
(Autobiografie, englisch)
"Mein Buch ist kein Buch über Politik. Es ist ein Buch darüber, wie Politisches sich bis ins Kleinste auf das Leben jedes Einzelnen auswirkt." Jung Chang erzählt die Geschichte von drei Generationen - die ihrer Grossmutter, ihrer Mutter und ihre eigene Geschichte. Von der Kaiserzeit bis zur allmächtigen Herrschaft der chinesischen Partei erlebt Jung Changs Familie die rücksichtslose Umsetzung politischer Ideen, die Millionen von Menschen das Leben gekostet hat und die Jung Chang und ihre Familie nur unter grossem Leid überleben konnten.

1991

Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht
(Roman, schwedisch)
Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof brutal ermordet worden. Kurz vor ihrem Tod hatte die Bäuerin noch einen letzten seltsamen Hinweis gegeben. "Kurt Wallander stiess die Tür mit dem Fuss auf. Es war schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte. Viel schlimmer. Später würde er sagen, dass es das Schlimmste war, was er je gesehen hatte. Und dabei hatte er weiss Gott schon eine Menge gesehen". Ein raffinierter psychologischer Kriminalroman in der Tradition Sjöwall/Wahlöös. "Mörder ohne Gesicht", der erste Roman um Kommissar Kurt Wallander, wurde 1992 als bester Thriller Skandinaviens ausgezeichnt.



1991

Jane Smiley: Tausend Morgen
(Roman, englisch)
Der Farmer Larry Cook beschliesst, aus steuertechnischen Gründen, seinen riesigen Landbesitz schon zu Lebzeiten unter seinen drei Töchtern aufzuteilen. Ginny und Rose nehmen das Angebot an, nur die Anwältin Caroline will es sich noch überlegen - woraufhin der erzürnte Vater sie enterbt. Cook kann sich mit seiner Rolle als Ruheständler nicht abfinden und auch unter den Schwestern kommt es zu Reibereien. Als Rose Ginny daran erinnert, dass sie beide als Mädchen vom Vater vergewaltigt wurden, bricht der Familienkonflikt offen aus.



1992

Robert Schneider: Schlafes Bruder
(Roman, deutsch)
"Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen. Denn er war in unsägliche und darum unglückliche Liebe zu seiner Cousine Elsbeth entbrannt..." Als fünfjähriger Knirps vernimmt er eines Tages alle nur erdenklichen Töne, Klänge und Geräusche des Universums. Dieses Hörwunder ist die Ouvertüre zu einem grossen, elenden Musikerleben, das dem Bauernsohn in einem Bergdorf im mittleren Vorarlberg beschieden ist.



1993

Taslima Nasrin: Scham
(Roman, bengalisch)
"Scham, Lajja " ist ein dokumentarischer Roman, der den Leidensweg der hinduistischen Familie Datta schildert. Nach Jahren des Ausharrens und Hoffens in Bangladesch sieht sie keine Überlebenschance mehr und ihr bleibt nur noch der Weg ins indische Exil. Dieses Buches wegen wurde Taslima Nasrin von islamischen Fundamentalisten zum Tode verurteilt und schliesslich, wie ihre Romanfiguren, aus ihrer Heimat Bangladesch vertrieben.


1995-1999




1995

Bernhard Schlink: Der Vorleser
(Roman, deutsch)
Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er ... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

1999

John Irving: Witwe für ein Jahr
(Roman, englisch)
Im Mittelpunkt des Romans steht Ruth Cole. Wir begegnen ihr an drei Wendepunkten ihres Lebens. Zuerst 1958 in ihrem Geburtshaus auf Long Island. Ruth ist gerade vier Jahre alt. Das zweite Mal 1990 als unverheiratete Schriftstellerin in Frankfurt und Amsterdam. Der dritte Teil des Romans spielt 1995 wieder auf Long Island. Ruth ist 41, Witwe und Mutter und verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Eine vielschichtige Liebesgeschichte und eine Geschichte über das Erwachsenwerden.
Liebe und Tod, Leidenschaft und Vergänglichkeit, Wirklichkeit und Fiktion sind die Pole, zwischen denen der Puls des Romans von John Irving schlägt. Ruth Cole ist eine starke und verletzliche Frau, die mit ihren Büchern Erfolg und mit ihren Freunden Pech hat... Umwerfend komisch und aufwühlend.


2000-2007

2001

Michael Moore: Stupid White Men
(Sachbuch, englisch)
Bananenrepublik USA: Im weissen Haus sitzt 'Baby Bush mit seiner Kamarilla', ein Präsident, der nie gewählt wurde, und der regieren lässt - hauptsächlich von Geschäftsfreunden seines Vaters. Die Lage der Nation ist entsprechend: die Aussenpolitik eine Serie von haarsträubenden Fehlentscheidungen, die Börse entpuppt sich als eine Spielwiese für Betrüger, viele Anleger sind ruiniert, die Wirtschaft auf Talfahrt. In dieser Abrechnung voll boshaftem Witz zeigt Michael Moore, was alles schief läuftin der einzig noch verbliebenen Weltmacht USA. Er schont dabei nichts und niemanden, zeigt die Schwächen des politischen Systems ebenso auf wie die Auswirkungen des ungebremsten Kapitalismus. Michael Moore gelingt es eine seltene Mischung aus knallhartem politischen Buch und witziger Satire, die niemanden gleichgültig lässt.
Michael Moore, geboren 1954 in Flint/Michigan, arbeitet als Regisseur, Fernsehmoderator und Schriftsteller. Bekannt geworden durch Dokumentarfilme - "Bowling for Columbine" wurde 2003 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Buchveröffentlichungen.

2002

Günter Grass: Im Krebsgang
(Roman, deutsch)
Die dramatische Geschichte vom Untergang der "Wilhelm Gustloff" im Januar 1945 und ihre Auswirkungen bis in die deutsche Gegenwart. "Diese Geschichte fing lange vor mir, vor mehr als hundert Jahren an, und zwar in der mecklenburgischen Residenzstadt Schwerin." Hier wird 1895 jener Mann geboren, der später als "Blutzeuge" gefeiert und einem Schiff den Namen geben wird, dessen Untergang am 30. Januar 1945 die grösste Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt darstellt. Das ehemalige Kraft-durch-Freude-Kreuzschiff "Wilhelm Gustloff" mit Tausenden von Flüchtlingen und Soldaten an Bord wird von den Torpedos eines sowjetischen U-Boots versenkt, schätzungsweise fünf- bis neuntausend Menschen finden in der eisigen Ostsee den Tod. Eine der Überlebenden des Grauens ist die hochschwangere Tulla Pokriefke aus Danzig. Ihr in jener Nacht geborener Sohn Paul, Journalist und Chronist der Geschichte, stösst eines Tages zufällig auf die brisante Internet-Seite einer "Kameradschaft Schwerin", die ihn fortan umtreibt. Dabei fördert er ein menschliches Drama zutage, das bis in unsere Gegenwart hineingreift und nicht zuletzt seine eigene Familie tangiert.
"Das bisher politischste und bewegendste Prosastück des Nobelpreisträgers." (Peter Mohr im 'General-Anzeiger')

2003

Dan Brown: Sakrileg
(Roman, englisch)
Robert Langdon, Symbologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt ...
Dieser erfolgreiche Bestseller wurde 2006 unter dem Titel "The Da Vinci Code" mit Tom Hanks und Audrey Tautou in den Hauptrollen verfilmt.

2003

Cornelia Funke: Tintenherz
(Roman, deutsch)
In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt Mo vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor. Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt, eines Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in grosse Gefahr gerät.
"Tintenherz" erschien zeitgleich in Deutschland, England, USA, Australien und Kanada. Der Roman stand ganz oben auf den Bestseller-Listen sowohl des "Focus" als auch in der "New York Times" und ist national sowie international ein grosser Erfolg. In den Feuilletons wurde der neue Funke Roman begeistert besprochen. "Auch der neue Funke ist ein erzählerischer Lustgarten, ein buntes Abenteuer-Kaleidoskop, eine Hommage an das Buch an sich und an die verkannte Kunst des Vorlesens. Vor allem aber ist es eine atemlose Geschichte voller Feuer." (Klemens Kindermann, "Spiegel") Der zweite Band dieses magischen Abenteuers erschien 2005 unter dem Titel "Tintenblut"

2003

Christopher Paolini: Eragon
(Roman, englisch)
Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die Welt verändern sollte. Als Eragon auf der Jagd einen glänzenden blauen Stein findet, ahnt er nicht, dass dieser Fund sein Leben verändern wird. Doch plötzlich rührt sich der Stein. Feine Risse zeichnen sich auf seiner Oberfläche ab - ein Drachenjunges entschlüpft der Schale und es beschert Eragon ein Vermächtnis, das älter ist als die Welt. Über Nacht wird Eragon in eine schicksalhafte Welt voller Magie und Macht geworfen. Elfen, Zwerge und Monster bevölkern Alagaesia, dessen grenzenlos grausamer Herrscher das Volk unterjocht. Mit nichts als einem Schwert und den Ratschlägen seines Lehrmeisters stellt sich Eragon dem Kampf gegen das Böse. An seiner Seite Saphira, der blaue Drache. Wird Eragon das Erbe der legendären Drachenreiter antreten können? Das Schicksal aller liegt in seiner Hand.
Als Jugendlicher entdeckt Christopher Paolini, der nie eine öffentliche Schule besuchte, die Welt der Bücher. Hingerissen verschlingt er J. R. R. Tolkien, Raymond Feist, die nordischen Heldensagen - und erschafft mit 15 Jahren eine ganz eigene, komplexe Fantasy-Welt. "Eragon" erscheint zunächst im Eigenverlag und avanciert durch Mundpropaganda zum heimlichen Bestseller. Durch den Schriftsteller Carl Hiaasen auf das Buch aufmerksam gemacht, veröffentlicht Random House USA im September 2003 die Buchhandelsausgabe, die seitdem alle Rekorde bricht!

2004

Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon
(Roman, deutsch)
Raimund Gregorius, Lateinlehrer, lässt plötzlich sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck: das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Einsichten in die Erfahrungen des menschlichen Lebens ihn nicht mehr loslassen. Wer war dieser Amadeu de Prado? Es beginnt eine rastlose Suche kreuz und quer durch Lissabon, die Suche nach einem anderen Leben und die Suche nach einem ungewöhnlichen Arzt und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat.
Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin und ist Professor für Sprachphilosophie und Analytische Philosophie an der FU Berlin. 2006 wurde ihm der "Marie Luise Kaschnitz-Preis" verliehen.

2005

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
(Roman, deutsch)
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauss, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren - er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin. Doch kaum steigt Gauss aus seiner Kutsche, verstricken sie sich in die politischen Wirren Deutschlands nach dem Sturz Napoleons. Mit Phantasie und viel Humor beschreibt Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies, ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Einsamkeit und Liebe, Lächerlichkeit und Grösse, Scheitern und Erfolg - ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Kraft und Brillanz.



2007

Joanne K. Rowling: Harry Potter und  die Heiligtümer des Todes
(Roman, englisch)
Harry Potter steht diesmal vor einer gefährlichen und schier unlösbaren Aufgabe: er muss Voldemorts übrige Horcruxe finden und zerstören. Nie zuvor hat sich Harry so allein gefühlt, nie schien seine Zukunft so düster. Aber irgendwie muss Harry die Stärke in sich selbst finden, um diese Herausforderung zu meistern. Er muss die Wärme und Sicherheit der Gemeinschaft von "The Burrow" hinter sich lassen und ohne Angst oder Zögern seinen Weg unerbittlich bis zum Ende gehen.
In diesem siebten und letzten Band (die deutsche Übersetzung erscheint am 27. Oktober 2007) der Harry Potter Reihe liefert J.K. Rowling auf spektakuläre Weise die ersehnten Antworten auf die vielen aufgetauchten Fragen. Die faszinierende, kunstvoll verschlungene Handlung vollführt atemberaubende Wendungen und zeigt die Autorin wieder einmal als meisterhafte Erzählerin ...
Die Geschichten um den Zauberlehrling Harry sind bei Kindern und Erwachsenen gleichermassen beliebt. Sie sind in 65 Sprachen übersetzt worden, weltweit wurden mehr als 350 Millionen Exemplare verkauft.
Die weiteren Bände: "Harry Potter und der Stein der Weisen" (Bd. 1, 1997); "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" (Bd. 2, 1998), "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" (Bd. 3, 1999); "Harry Potter und der Feuerkelch" (Bd. 4, 2000); "Harry Potter und der Orden des Phönix" (Bd. 5, 2003); "Harry Potter und der Halbblutprinz" (Bd. 6, 2005)


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